Heißer Kampf ums Böllenfalltor

Foto: Andre Hirtz

Foto: Andre Hirtz

Ins Gefängnis? Besser nicht. Dann doch lieber mit dem Pokal zur „Straße der Wahnsinnigen“. Oder auf den „Boulevard Živojin Juškic“. Der SV Darmstadt 98 hat jetzt seine eigene „Monopoly“-Version veröffentlicht. Startauflage: 1200 Exemplare.

Eigentlich will dieser Verein, der seit Kurzem wieder die Bundesliga aufmischt, „aus Tradition anders“ sein. Und dann so ein kapitalistisches Spiel?

Alexander Lehné, Fanbeauftragter der Lilien, grinst: „Wir haben in den vergangenen Jahren durchaus bewiesen, dass wir seriös wirtschaften können.“ Zudem arbeitet Lilien-Vizepräsident Markus Pfitzner für den Spielehersteller Hasbro – auch das hat sicherlich geholfen.

Und so hat Lehné mit einer Handvoll Fußballfans in den vergangenen Monaten eine eigene „Monopoly“-Variante entwickelt. Die lebt von der Geschichte des Vereins: So erinnert beispielsweise die fiktive Ensgraber-Straße (Preis: 60 Dollar) an die Familie Ensgraber, die 1898 den FK Olympia 1898 Darmstadt gegründet hat – jenen Klub, aus dem 1919 nach einer Fusion der SV Darmstadt 98 hervorging. Und auch der Gründungsort des Vereins findet sich im Spiel wieder: Der Schlossgartenplatz im Martinsviertel ersetzt die Schlossallee.

Statt um Häuser oder Hotels wird beim Lilien-Monopoly um Tribünen und Stadien geschachert, und die Bahnhöfe aus dem Originalspiel wurden durch Gegengerade, A-Block, Marathontor und Block 1898 ersetzt. Sogar die „Lilienschänke“ gibt es. Hypothekenwert: 75 Dollar. Klingt nach einem realistischen Preis.

Die Straßen wurden unter anderem nach ehemaligen Lilien-Stars und Funktionären benannt – der Lothar-Buchmann-Platz zum Beispiel, der Hans-Kessler-Weg oder die Avenida Matías E. Cenci. Der ehemalige Stürmer Cenci (37) hat längst seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt und arbeitet heute als Bandmanager in Buenos Aires. Doch seiner Verewigung auf dem Lilien-Monopoly hat der Argentinier sofort zugestimmt. Sehr geehrt habe er sich gefühlt, erzählt Lehné.

Foto: Andre Hirtz

Foto: Andre Hirtz

Ausgesprochen realistisch sind die Ereigniskarten. „Sie werden zu Stadion-Ausbesserrungsarbeiten herangezogen“, heißt es da. Oder: „Sie erkälten sich nach einem Regen-Spiel.“ Und: „Derbysieg!“ Nur die Gefängnis-Karte ist die alte geblieben. Eigentlich habe man an dieser Stelle noch einen szenekundigen Beamten oder eine Strafe wegen des Einsatzes von Pyrotechnik einbauen wollen – dagegen habe aber der Spielehersteller sein Veto eingelegt, erzählt Lehné.

Auch Spieler oder Trainer des aktuellen Kaders gehören nicht zum Spiel. So müssen die Fans wohl noch eine Weile warten, bis es die Dirk-Schuster-Allee oder die besonders schnelle Marcel-Heller-Figur gibt.

Das Lilien-„Monopoly“ ist für 39,- Euro im Fan-Shop am Böllenfalltor sowie in der Buchhandlung Hugendubel im Carree erhältlich.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.