Gewürzsammler

Marco Polo. Foto: Hans im Glück

Marco Polo. Foto: Hans im Glück

Marco Polo war ein berühmter venezianischen Händler, der im 12. und 13. Jahrhundert auf der Suche nach wertvollen Gewürzen durch China reiste. Mehr als 20 Jahre dauerte diese Tour durch das Reich des Kublai Khan, und Polos Berichte über den fernen Osten schrieben Geschichte. „Auf den Spuren von Marco Polo“ führt die Teilnehmer jedoch auf so manchen Umweg.

„Auf den Spuren von Marco Polo“ von Daniele Tascini und Simone Luciani hat 2015 unter anderem den Deutschen Spielepreis gewonnen. Völlig zurecht. Es ist ein sogenanntes Worker-placement-Spiel: Figuren („Worker“) können auf verschiedenste Weise eingesetzt werden, woraus sich jeweils Folgewirkungen ergeben. Das ist reichlich kompliziert und bedarf reichlicher Überlegungen. Für eine erste Partie sollte man daher mit mindestens zwei Stunden Spielzeit rechnen.
Unsere Abenteurer reisen, ausgehend von Venedig, durch den Nahen und den Fernen Osten. Stets auf der Suche nach guten Geschäften, die in den einzelnen Orten warten. Dies beginnt zunächst mit dem Wurf der eigenen Würfel. Je höher die Zahlen, desto besser. Die Würfel müssen nun platziert werden. Kauft man mit ihnen Rohstoffe auf dem Basar, investiert in Kamele oder doch lieber in neue Auftragskarten? Oder zahlt man den Wegezoll, um überhaupt voranzukommen? Denn bei „Marco Polo“ ist jeder Schritt teuer – vor allem auf der Seeweg über Sumatra.
Fünf Runden werden gespielt, in denen die Abenteurer Aufträge erfüllen müssen und sich bisweilen auch gegenseitig im Weg rumstehen. Denn immer gilt: Wer zuerst in einem Ort erscheint, ist im Vorteil. Manchmal winkt ein Extrabonus, andernorts eine hübsche Zusatzfunktion. Hinzu kommt: Zu Beginn des Spiels startet man mit geheimen Zielkarten. Auch diese Städte sollten irgendwann erreicht werden. Und jeder Spieler hat eine besondere Eigenschaft. Der eine darf im Osten starten, der andere vielleicht mit einem zusätzlichen Würfel. Daher gilt: Die eine einzige gewinnbringende Strategie gibt es nicht. Jeder Spieler muss immer wieder neu abwägen, wie er aus seinen Ressourcen das Beste rausholt. Die Reihenfolge der Spieler variiert übrigens: Wer seine Würfel geschickt einsetzt, kann sich für die nächste Runde einen frühen Start sichern.

Das gibt fünf Punkte.Fazit: All die Varianten und Mechanismen von „Marco Polo“ zu erklären, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Aber das Spiel ist eine hübsche Herausforderung für Strategen mit Weitblick und Geduld. Je mehr Spieler, desto besser. Es braucht aber eine Weile, um sich zurechtzufinden.

Auf den Spuren von Marco Polo
2 bis 4 Spieler, Verlag Hans im Glück, 40 Euro
Alter: ab 12 Jahren
Spielmaterial: sehr gelungen
Anleitung: gut

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