Endlich!

Das Gastspielhaus am Riegerplatz.

Das Gastspielhaus am Riegerplatz.

Vor einigen Jahren war ich einmal in Dresden. Ich weiß nicht mehr, wie der Zwinger oder die Elbauen aussehen, und an die Semperoper kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Aber ein Bild hab ich noch genau vor Augen: das „Triangel“, Dresdens große, oft rappelvolle Spielekneipe. In der standen die Besucher sogar Schlange, um einen freien Platz zu ergattern.

Nun hat auch Darmstadt seine erste Spielekneipe – das „Gastspielhaus“. Wurde aber auch Zeit.

Das Schwarze Brett ist noch jungfräulich. Hier kann sich eintragen, wer Mitspieler sucht oder Lust auf eine neue Spielerunde hat. „Das muss alles noch werden“, sagt Philip Hochdörffer. Vor vier Wochen hat er sein „Gastspielhaus“ am Riegerplatz eröffnet, in den Räumen einer ehemaligen Pizzeria. 20, 30 Gäste hat er bislang an den meisten Abenden, darunter viele Studenten und junge Familien. Die müssen sich an das Ambiente erst noch gewöhnen. Denn Essen bietet Hochdörffer nicht mehr an. Zur Partie „Qwirkle“ oder „Thurn und Taxis“ gibt es nur Knabberzeug und meist alkoholfreie Getränke zu zivilen Preisen. Wer hungrig ist, darf sich aber aus den benachbarten Lokalen etwas bestellen.

Könnte ruhig noch voller werden: das Spieleregal.

Könnte ruhig noch voller werden: das Spieleregal.

„Eine Begegnungsstätte“ solle das „Gastspielhaus“ werden, sagt Hochdörffer. Für Jung und Alt, für Männer wie Frauen. Knapp 100 verschiedene Spiele gibt es bislang zum Kennenlernen – von den Klassikern „Carcassonne“, „Elasund“ und „Risiko“ bis zu „Trivial Pursuit“ oder „Dominion“. Für einen Euro pro Besucher und Abend darf nach Herzenslust gespielt werden. Der 35 Jahre alte Gastwirt – selbst begeisterter Zocker – steht als Regel-Erklärer bereit. Weitere Spiele sollen später hinzukommen. Wer etwas vermisst, kann seine Wunschliste abgeben. Und für Leseraten gibt es ein gut gefülltes Bücherregal. Langfristig plant Hochdörffer auch Lesungen, Spieleturniere und kleine Konzerte von Liedermachern. Eine Gitarre zum Klampfen hängt an der Wand.

Lust auf "Looping Louie"? Philip Hochdörffer mit seinem Renner.    Fotos: Klaus Thomas Heck

Lust auf "Looping Louie"? Philip Hochdörffer mit seinem Renner. Fotos: Klaus Thomas Heck

Der Liebe wegen ist der gebürtige Westfale, der zuletzt in Mainz in einem Club unter anderem als DJ arbeitete, nach Darmstadt gezogen – seine Frau Nina unterrichtet als Lehrerin an der Bertolt-Brecht-Schule. Vielleicht aber auch, weil er neue Gegner suchte. „Endlich kann ich wieder mehr Strategiespiele spielen. Die mag meine Frau nicht so.“

Skat, „Dampfross“, „Civilization“ oder „Village“? Was ist am beliebtesten? Hochdörffer winkt ab. Bei den erwachsenen Besuchern des „Gastspielhauses“ ist im Moment ein ganz anderes Abenteuer der Renner: „Looping Louie“, ein Spiel für Kinder ab fünf Jahren, ist fast jeden Abend im Einsatz.

Gastspielhaus

Heinheimer Straße 53
64289 Darmstadt
geöffnet Dienstag bis Sonntag ab 17 Uhr
www.gastspielhaus-darmstadt.de

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