Die Miss, die keine is‘

Miss Lupun

Miss Lupun. Foto: Verlag

„Miss Lupun“ ist ein Anagramm für „Plus Minus“. Bei dem Spiel von Thomas Sing und Ralf-Peter Gebhardt geht es also gar nicht um die geheimnisvolle Fremde oben rechts auf der Spieleschachtel, die angebliche Hohepriesterin der Logik, sondern schlicht um Mathematik.

Jeder Spieler erhält zu Beginn drei verdeckte Aufträge, die er durch das geschickte Kombinieren seiner zehn Zahlenplättchen erfüllen muss. Etwa, dass die Summe einer Spalte auf dem Spielfeld größer als 21 sein muss. Oder dass eine bestimmte Zeile nur ungerade Zahlen enthalten darf. Doch Vorsicht: Weil auch die Gegner geheime Aufträge haben, kann so mancher Plan schnell ins Wasser fallen. Und Joker gibt es auch noch. Herrje!

Das Design ist reduziert, aber elegant, die Anleitung gut verständlich, der Spielfluss schnell. „Miss Lupun“ könnte tatsächlich großartiger Denksport sein. Wenn, ja wenn die Macher es nicht heillos überfrachtet hätten. „Nicht zu Ende gedacht“, lautete das Fazit unserer Spielegruppe. Ein erneuter „Miss Lupun“-Abend stieß auf wenig Interesse.

Die Idee, Spieler mit unterschiedlichen Geheimaufträgen gegeneinander antreten zu lassen, ist nicht neu. Klassiker wie „Risiko“ oder „Zug um Zug“ leben davon, dass man eigene Aufträge erfüllen muss und gleichzeitig versucht zu erahnen, welche Ziele die Gegner verfolgen. Die verschiedenen Aufträge kennt man nach wenigen Spielen und kann dann entsprechend den Gegner blockieren. Bei „Miss Lupun“ ist das unmöglich: 139 verschiedene Aufträge gibt es. So wird jeder Sabotage-Versuch zum Stochern im Nebel. Unser Tipp daher: Reduzieren Sie die Zahl der festen Auftragskarten auf 30 bis 40 Stück – das Spiel gewinnt so enorm an taktischer Tiefe. Gegenangriffe sind dann nicht mehr dem Zufall überlassen. Außerdem muss man seine Aufträge nun nicht nur erfüllen, sondern sollte auch versuchen, sie möglichst geschickt zu verschleiern.

Die Win- und Joker-Karten sind übrigens ebenfalls verzichtbar. Auch sollten Sie die Zahl der Mitspieler auf maximal vier begrenzen. In der 5-oder-6-Spieler-Variante sind die Einflussmöglichkeiten des Einzelnen zu gering – der Glücksfaktor nimmt überhand.

Das gibt drei Punkte.Fazit: Mit einigen leider notwendigen Korrekturen ist Miss Lupun“ ein schön kniffliges Strategiespiel. Die Original-Regeln wirken nicht ganz ausgereift.

 

Eckdaten:

Miss Lupun und das Geheimnis der Zahlen, für 2-6 Spieler,  Verlag Winning Moves, zirka 15 Euro

Alter: ab 8 Jahren

Dauer: 30 – 45 Minuten

Anleitung: kurz und leicht verständlich

Spielmaterial: gut

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One Response to Die Miss, die keine is‘

  1. Hallo Herr Heck. Volltreffer, also sechs Punkte für Sie. Willkommen im Reich der Blogger und viel Spaß mit Ihrer Comunity.

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