Die Erfinder

Lotte Schüler über das US-Spieletreffen:

Jason Holt und der Prototyp des Actionspiels "Adrenaline". Foto: Lotte Schüler

Jason Holt und der Prototyp des Actionspiels “Adrenaline”. Foto: Lotte Schüler

Das “Annual Gathering of Friends” neigt sich dem Ende zu, und ich wollte das Thema Playtesting aufgreifen. Es werden hier gerne Prototypen ausprobiert, da es genügend erfahrene Spieler gibt, die schnell Stärken und Schwächen eines Spiels erkennen und Tipps für Verbesserungen geben. Zum Dank werden sie dann am Ende der Spielregel mit einem Dank bedacht. Es ist allerdings auch ein sensibles Thema. Je nach Stadium der Entwicklung möchten weder Verlag noch Autor ihre Ideen veröffentlicht sehen.

Da ist zum einen ein Spiel eines der aktuellen Stars der Spieleszene, Andreas Pfisterer, Autor von “Mombasa”. Er hat einen neuen Prototypen im Test, bei dem es darum geht, durch den Bau von Häusern und die Entwicklung der Infrastruktur beim Durchqueren des vormals Wilden Westens zu effektiv zu arbeiten. Wie bei “Mombasa” muss man höllisch aufpassen, welche Aktionen zueinander passen und in Kombination am Ende Siegpunkte bringen.

Der zweite Prototyp nennt sich “Adrenaline” von Filip Neduk und wird von der Firma Czech Board Games (CBG) herausgebracht. Deren Hausautor Vlaada Chavatil ist in den letzten Jahren durch besonders innovative und witzige Spielideen aufgefallen (“Dungeon Lords” und “Dungeon Petz” und einer der diesjährigen Anwärter für das “Spiel des Jahres”, “Code Names”). Jason Holt gehört zu den Mitarbeitern und stellt das Spiel “Adrenaline” vor. Jason sagt von sich selber, er habe als Kind angefangen zu spielen und nie aufgehört. Es begann mit “Candy Land”, und als das seiner Mutter zu langweilig wurde, hat sie ihm “Cribbage” und “Yatzee” beigebracht, er war damals fuenf jahre alt. Bei seiner Arbeit in einer Software Company hat er Programme entwickelt, die fallende Körper simulieren, und bekam einen Job in Vlaada Chavatils Firma, die damals Computerspiele produzierte. Er hat ein paar Jahre in Tschechien, genauer in Mähren, gelebt und ist bei Chavatil geblieben, auch nachdem der keine Computerspiele mehr produzierte. Jetzt lebt er wieder in den USA und ist für Übersetzungen vom Tschechischen ins Englische zuständig. Beim Gathering stellt er “Adrenaline” vor, das ich mit einer amerikanisch-deutschen Spielergruppe ausprobierte. Es geht darum, den Gegnern moeglichst viele Schläge, Schüsse oder Raketeneinschläge zu verpassen, bis sie tot sind, wieder auftauchen und es Siegpunkte für die Treffer gibt. Da kann man über die Moral diskutieren. Man kann aber auch das Spiel so zelebrieren, wie meine Gruppe das tat, und dann macht es einfach Spaß. Witzig ist, dass die Spieler umso besser werden, je mehr Treffer sie eingesteckt haben – das kommt vom Adrenalin. Und eigentlich ist es ein Optimierungsspiel, da Waffen und gesammelte Munition möglichst effektiv eingesetzt werden sollten. Wahrscheinlich zur Spielemesse in Essen wird das Spiel auf den Markt kommen, jedoch mit völlig anderem Material als hier gezeigt. Ich bin mal gespannt.

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