Besuch bei der Muli-Händlerin

Kashgar. Foto: KosmosKashgar im Westen Chinas ist eine alte Handelsmetropole und Treffpunkt für allerhand illustre Gestalten: Karawanenführer und Bauern, Quacksalber, Höker, Hirten und Muli-Händlerinnen. Doch nicht jeder wird hier sein Glück machen – von Siegpunkten ganz zu schweigen. „Kashgar – Händler der Seidenstraße“ handelt davon.

Das Spiel von Gerhard Hecht verwirrt zunächst mal mit einer Vielzahl Karten. Patriarchen-Karten, Startkarten, Standardkarten, Sonderkarten, Zusatzkarten, Auftragskarten. Doch keine Panik: Nach kurzem Studium entwickelt sich ein kurzweiliges Spiel, das ein wenig an den Klassiker „Dominion“ erinnert. Auch baut eine Aktion auf die vorige auf, auch hier ergeben sich aus den eigenen Karten erst im späteren Verlauf viele Möglichkeiten.

Jeder Spieler ist zunächst Herr (oder Frau, pardon) über drei Karawanen – symbolisiert durch die Patriarchen. Diese drei Reihen wachsen im Laufe des Spiels zu stattlichen Gruppen an. Von Runde zu Runde können weitere Personen gezogen werden, die zusätzliche Aktionen erlauben – beispielsweise den Erwerb wertvoller Gewürze, von Gold oder Mulis, die den ganzen Krempel schließlich tragen müssen. Ausgespielt werden kann immer nur die vorderste Person einer Karawane – sie verschwindet danach meist ans Ende der Truppe. Gleichzeitig gilt es, mit seinen Handelswaren offen ausliegende Auftragskarten zu erfüllen. Diese bringen bis zu fünf Siegpunkte – hat ein Spieler 25 Punkte gesammelt, ist die letzte Runde eingeläutet.

Das gibt vier Punkte.Fazit: „Kashgar“ spielt sich flüssig und ist, weil sich das Szenario immer wieder ändert, sehr abwechslungsreich. Keine Partie gleicht der anderen. Einziges Manko: Nur mit wenigen Karten kann man den Gegnern in die Parade fahren. Solche Angriffe und Elemente der Interaktion sind aber letztlich zu selten.

 

Kashgar – Händler der Seidenstraße

2-4 Spieler, Kosmos-Verlag, 30 Euro

Alter: ab 12 Jahren

Dauer: 60 Minuten

Anleitung: leicht verständlich

Spielmaterial: ansprechend

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One Response to Besuch bei der Muli-Händlerin

  1. Lotte Schüler sagt:

    Da stimme ich völlig zu. Als ich Kashgar zum ersten Mal spielte, fand ich es fast langweilig, bis mir die trickreichen Möglichkeiten klar waren. Mit ein bisschen Kartenglück – und dem kann man nachhelfen – scheint ein Sieg kaum noch aufzuhalten. Trotzdem bleibt es spannend bis zum Schluss, ob man den vermeintlichen Sieger durch fiese Aktionen doch noch ins Hintertreffen geraten lassen kann.

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