Auf der Spielemesse in Essen (3)

Die Staufer. Foto: Schüler

Die Staufer. Foto: Schüler

Von Lotte Schüler

Tag drei der Spiel 14 in Essen. Gestern habe ich Futter für die kleinen grauen Zellen verprochen. Das Versprechen erfüllen Taktikspiele in der Tradition von Schach. Alle Informationen liegen offen, das Spielbrett ist übersichtlich, oft sehr abstrakt. Für den Spielverlauf gibt es eine enorme Anzahl  Zugmöglichkeiten.

Mit einer Spielgeschichte, mehr Spielmaterial und eventuell auch einer Prise Glück enstehen die Spiele, die in die Kategorie Kenner- oder Expertenspiele fallen, und deren Spielzüge wohl überlegt sein wollen. Die Aktionsmöglichkeiten des aktiven Spielers sind meist limitiert – und eine Strategie kann darin bestehen, für sich selber diese Grenzen möglichst weit hinauszuschieben. Das schafft man durch das Sammeln von Rohstoffen, Karten und anderem. Bei Die Staufer“ (Verlag Hans im Glück) versucht jeder, Städte durch eigene Gehilfen oder Adelige zu besetzten, muss aber mit genau diesen Spielfiguren auch bezahlen. Kluge Entscheidungen, ein Quantum Glück und eine optimale Vorbereitung für die letzte, entscheidende Spielrunde helfen beim Sammeln der Siegpunkte.

Die Royals. Foto: Schüler

Die Royals. Foto: Schüler

Nur mit Karten erobern die Spieler Städte im Europa des 17. Jahrhunderts. Bei Die Royals“ (Abacus Spieleverlag) geht es um verschiedene Mehrheiten, die mit Siegpunkten belohnt werden. Alle erreichbaren Punkte liegen als Plättchen offen auf dem Spielplan. Wer wann welche abgreift, hängt aber ein wenig am Kartenglück ab, vor allem am geschickten Einsatz der Karten. Und es hängt davon ab, wann hinterlistige Mitspieler durch Intrigenkarten  Eroberungen übernehmen und Mehrheiten verändern.

Deus. Foto: Schüler

Deus. Foto: Schüler

Bauen, Produzieren und Handeln gehörte schon zu den Grundpfeilern menschlicher Zivilisation, als die Götter noch was zu sagen hatten. Die Götter machte man sich durch Opfergaben wohlgesonnen und erbaute ihnen Tempel. Deus“ heißt folgerichtig das Spiele (Heidelberger Spielverlag), bei dem auch im digitalen Zeitalter das Erbauen von Tempeln den Sieg ermöglichen. Glück gehört  dazu – aber schließlich war auch die fürs Glück zuständige Fortuna eine Göttin. Und wieder ist es das Management von Rohstoffen und Aktionen, die zum Sieg verhelfen.

Five Tribes. Foto: Schüler

Five Tribes. Foto: Schüler

Für einige solcher Spiele kann das Lesen und Erklären der Regeln einige Zeit beanspruchen. Relativ einfach ist die Spielregel von Five Tribes“ (Asmodee). Sie beruht auf dem Mancalaprinzip – alle Spielsteine (hier sind es Kamele) eines Feldes werden einzeln auf benachbarte Felder verteilt. Auf dem letzten Feld werden gleichfarbige Kamele gewertet. Erfolgreiches Spielen erordert einige Grübelpausen – ist nicht jedermanns Sache. Der Sieg hängt davon ab, ob man selbst die optimale Zugmöglichkeit erkennt, den anderen keine Steilvorlage gibt oder selbst eine bekommt.

Ich persönlich mag alle vier Spiele. Die Frage, was denn nun „ein gutes Spiel“ ist, der gehe ich morgen nach, am letzten Messetag.

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