An die Stifte, fertig, los !

Pictomania - das Cover. Foto: Pegasus Spiele

Pictomania - das Cover. Foto: Pegasus Spiele

Unsere erste Partie „Pictomania” dauerte eine Dreiviertelstunde. „Ach komm, lass uns gleich noch eins machen”, hieß es. „Und noch eins.” – „Und noch eins.” Nach dreieinhalb Stunden war der Spieleabend beendet, und außer „Pictomania“ hatten wir nichts anderes mehr ausprobiert. Das Spiel von Vlaada Chvátil macht süchtig.

Das Prinzip erinnert an die Fernsehsendung „Montagsmaler”. Ein Spieler zeichnet einen Begriff, den die anderen erraten sollen. Nur dass bei „Pictomania” alle Spieler gleichzeitig malen und raten müssen. Und Ziffern oder Buchstaben sind verboten. Die Regeln sind schnell gelernt, die Schwierigkeitsstufen reichen von „Recht einfach“ bis „Verdammte Axt, das ist unmöglich!”.

Wer gegnerische Begriffe errät, bekommt dafür Pluspunkte. Auch Schnelligkeit wird belohnt. Gleichzeitig sollte man seine eigenen Begriffe aber nicht allzu schwierig zeichnen. Traut sich nämlich kein Gegner einen Tipp abzugeben, erhält der „Künstler” dafür Minuspunkte.

Die Begriffe gibt’s – in verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt – auf Karten, die alle vorher einsehen können. Das Knifflige: Auf den Karten stehen meist sehr ähnliche Worte. Wenn also jemand einen Gockel malt, muss die Lösung noch lange nicht „Hahn” lauten. Es könnten auch der „Truthahn” oder ein „Auerhahn” sein. Andere Begriffe sind nicht minder schwierig: Versuchen Sie doch mal die Farbe Braun darzustellen, wenn Ihnen nur ein – leider schwarzer – Filzstift zur Verfügung steht. Ich hab’s mit der Skizze eines Hitler-Bärtchens versucht – hat aber leider keiner erkannt.

Das gibt fünf Punkte.Fazit: Ein sehr kurzweiliges Spiel, in dem nach Herzenslust über unsere Nachwuchs-Picassos gelästert werden darf. Einziger Nachteil ist das Spielmaterial: Ein paar Karten mehr hätten es ruhig sein dürfen. Für eine große Runde mit fünf bis sechs Spielern sind außerdem die Kartenhalter schlecht gewählt. Sie sind nur von einer Seite einsehbar, sodass oft einige Spieler – wenn alle an einem Tisch sitzen – die Karten schlecht einsehen können. Oder die Schrift eben auf dem Kopf lesen müssen. Für solche großen Runden wären beidseitig einsehbare Kartenhalter und auf Vorder- und Rückseite beschriftete Karten ein deutlicher Gewinn.

Eckdaten:

Pictomania

3-6 Spieler, Verlag Pegasus-Spiele, rund 25 Euro

Alter: ab neun Jahren

Dauer: zirka 45 Minuten

Anleitung: kurz und leicht verständlich

Spielmaterial: gut. Die Zeichentafeln und Schwämmchen sind sehr nett – die Kartenhalter eher nicht.

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Eine Antwort auf An die Stifte, fertig, los !

  1. Horst sagt:

    Hallo Herr Heck,

    auch ich habe das Spiel in lustiger Runde getestet. Sehr gut hat mir auch daran gefallen, dass altgediente Strategen und Gedächtnishelden (gerade bei Kartenspielen ist diese Gattung oft unschlagbar) bei diesem Spiel oft in die Röhre schauen, weil ‘nur’ Intelligenz halt hier nicht zum Sieg verhilft.
    Ihrer Kritik mit dem Spielmaterial kann ich mich nur anschließen. Ich habe alles auf dem Kopf lesen müssen, aber trotzdem gewonnen… Ob der Autor vielleicht hier bewußt ein verstecktes Handikap eingebaut hat?

    LG; Horst

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