Forschungsreise mit der Pill-Cam

Die Pill-Cam Foto: Tim Förderer/medi cine

Die Pill-Cam Foto: Tim Förderer/medi cine

“Neues aus dem Reich der Mitte – Der Darm” heißt eine Dokumentation, die am Donnerstag (21. Februar) zum ersten Mal auf 3Sat ausgestrahlt wird. Tim Förderer hat Wissenschaftler aufgesucht, die an ganz unterschiedlichen Themen arbeiten, die aber alle etwas mit dem menschlichen Darm zu tun haben.

Zu Wort kommen gleich zu Anfang Wissenschaftler des Europäischen Labor für Molekularbiologie in Heidelberg. Sie untersuchen Darmbakterien. Dazu analysieren sie Stuhlproben von Probanden aus der ganzen Welt. Sie haben herausgefunden, dass sich die Menschheit in drei Darmgesellschaften (Enterotypen) unterteilen lässt – ganz unabhängig davon, ob die Menschen aus Ländern kommen, wo  viel Fisch (Island, Japan), Kartoffeln und Fleisch (Deutschland) oder viel Gemüse (Indien) gegessen wird. Die Forscher wissen bislang, dass die verschiedenen Darmtypen unterschiedlich effizient Nahrung verarbeiten. Eines der Forschungsziele ist, Darmerkrankungen künftig bereits im Frühstadium zu erkennen.

Derzeit ist die Darmspiegelung eine Methode, um krankhafte Veränderungen festzustellen. Seit einiger Zeit ist eine Mini-Kamera in Pillenform auf dem Markt, die Ärzten sogar Bilder vom Dünndarm liefern kann. Die Pill-Cam wird von den Patienten geschluckt, wandert durch den gesamten Darmtrakt, liefert Fotos und wird auf natürlichem Wege nach ein paar Tagen wieder ausgeschieden.  Allerdings liefert die Kamera bislang nur Einzelbilder, die Kapsel ist nicht steuerbar und Ärzte können damit keine Proben entnehmen.

Eine weitere diagnostische Wunderwaffe stellen in der Doku Wissenschaftler aus den Niederlanden vor. Sie setzen auf Hunde-Spürnasen: Der Beagle Cliff sieht nicht nur niedlich aus mit seinen Schlappohren – er kann Patienten, die bösartige Formen des Bakteriums Clostridium difficile in sich haben, riechen. Dies war bislang nur mit einer aufwendigen Diagnostik möglich. Cliff ist darauf trainiert, sich neben dem Patienten hinzusetzen, wenn er etwas erschnuppert hat.  Dann gibt es ein Leckerli für den Hund und die Patienten können entsprechend behandelt werden. Die Doku erklärt auch eine mögliche Therapieform: Die Fäkaltransplantation. Bakterien, die im Stuhl gesunder Menschen leben, werden mit Hilfe eines Endoskops in den Dickdarm von Kranken injiziert und verdrängen so die krank machenden Clostridien. Die Heilungschancen liegen laut den Medizinern bei 90 Prozent.

3Sat, 13. Februar, 20.15 Uhr.

 

 

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