Aus der Traum von der Fitness-Pille

Wieder ein Schlankmacher-Mythos weniger: 2012 wurde bekannt, dass es ein Fitnesshormon gibt, das weißes Fettgewebe zum Schmelzen bringt.  Ein Wissenschaftlerteam hat nun herausbekommen, dass daran nicht ein Fünkchen wahr ist. Und schon  ist der Traum vom leichten Abnehmen vom Tisch.  

2012 sorgte ein Artikel in “Nature” mit der Beschreibung eines bis dahin unbekannten Faktors, der weißes in braunes Fettgewebe umwandelt und gespeichertes Fett „verbrennt“, weltweit für Aufsehen. Dieses in Anlehnung an die griechische Götterbotin Iris „Irisin“ genannte Hormon sollte angeblich  durch Abspaltung eines Teils von einem schon länger bekannten Membranprotein vor allem nach sportlicher Betätigung in den Blutkreislauf gelangen.  Besonders verlockend wurde damals  die Möglichkeit beschrieben, durch Gabe einer „Irisin-Fitness-Pille“ und ohne größere Anstrengungen Fettpolster zum Schmelzen bringen zu können.

Zweifel gab es an dieser Theorie von Anfang an,  nun haben Wissenschaftler am Institut für Muskelbiologie und Wachstum am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) herausgefunden, dass  weder bei Menschen nach Absolvierung eines Trainingsprogrammes noch bei Pferden nach einem Langstreckenrennen über 160 km Irisin im Blutkreislauf zu finden ist. “Dies zeigt, dass Irisin doch eher ein Mythos als ein Fakt ist“, erklärt Steffen Maak. Er hofft, dass damit die kontroverse Diskussion um das scheinbare Wundermolekül Irisin beigelegt wird.

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