Tanzen gegen Parkinson

Zu den prominenten Patienten zählen der US-Schauspieler Michael J. Fox, der Schwergewichtsboxer Muhammad Ali und der Kabarettist Ottfried Fischer: Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des Gehirns, die die Bewegungsfähigkeit zunehmend einschränkt. Medikamente, aber auch sportliches Training, Tanzen , Tai-Chi oder Qigong, können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Weltweit sind mehr als 4,1 Millionen Menschen an Parkinson erkrankt. In Deutschland leiden bis zu 280 000 Menschen daran. Experten gehen davon aus, dass sich aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung die Zahl bis 2030 weltweit auf 8,7 Millionen verdoppeln wird.

Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heutzutage weitgehend normal, trotz Einsatz aller derzeit verfügbaren Mitteln kommt es aber bei vielen Betroffenen im Langzeitverlauf zu schweren Behinderungen, sagt Professor Jens Volkmann, Vorsitzender der Deutschen Parkinson Gesellschaft. Doch die Forschung macht Fortschritte. Eine Gruppe von Neurologen aus Würzburg und Marburg hat einen Hauttest entwickelt, der eine frühe Diagnose möglich macht.

Bislang waren Bewegungsstörungen wie das Zittern das erste Anzeichen für eine Parkinsonerkrankung. Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt sind viele Nervenenden und Nervenzellen bereits abgestorben. Mit dem neuen Test sind die Wissenschaftler dem Ziel, Parkinson in einem frühen Stadium zu erkennen und zu stoppen, einen Schritt näher gekommen.

Geforscht wird auch an Wegen, um die Verfügbarkeit des Botenstoffs Dopamin zu erhöhen. Er leitet Signale zwischen den Nervenzellen weiter. Bei Menschen mit Parkinson ist die Dopamin-Konzentration im Gehirn bis zu 90 Prozent geringer als bei gesunden Menschen.

“In klinischen Studien sind bereits neue Systeme zur Infusion von Dopamin-Ersatzstoffen verfügbar”, heißt es dazu bei der Parkinson -Gesellschaft. Experimentelle Ansätze drehten sich unter anderem um die Transplantation von dopaminbildenden Zellen. In manchen Fällen könne auch ein Hirnschrittmacher die Gehirnnetzwerke wieder ins Gleichgewicht bringen.

Nicht auf Medikamente, sondern auf Sport setzt die Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung in Frankfurt. Seit 20 Jahren engagiert sich die Stiftung dafür, den positiven Einfluss, den Bewegung und Sport auf die Patienten haben können, in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Längst gibt es viele klinischen Studien, die belegen, dass nicht nur Physiotherapie, Ergo- und Logotherapie sondern auch Tanzen , Nordic-Walking, Musiktherapie, Tai-Chi, Qigong und sportliches Training den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und die Lebensqualität stärken. Bereits vor Jahren haben Frankfurter Sportwissenschaftler eine Methode entwickelt, bei der durch Vibrationsreize das Zusammenspiel von Gehirn und Muskulatur trainiert wird.

Die Stochastische Resonanztherapie war zunächst von Hochleistungsportlern wie dem Skirennläufer Hermann Maier und der Biathletin Kati Wilhelm angewandt worden, um Gleichgewicht und Reflexe zu trainieren. Bei Parkinson -Patienten kann damit das Zittern und die Steifigkeit verbessert werden.

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