So beugt man Blutgerinnseln vor

Wie kann man Blutgerinnseln vorbeugen? Was tun, wenn die Beine schmerzen?  Antworten auf diese Fragen lieferten bei einer Telefonaktion  die  beiden Gefäßspezialisten  Rupert Bauersachs und Andreas Willeke aus Darmstadt.   „Gehen Sie denn manchmal spazieren? Und wie  lange?“, diese Frage stellte Rupert Bauersachs, Direktor der Angiologischen Abteilung am Klinikum Darmstadt den Lesern am ECHO-Telefon häufig. „Wenn man locker eine halbe Stunde gehen kann, dann  ist das ein ganz gutes Zeichen, dass keine Verengungen der Schlagadern vorliegen“, so der Professor, der sich auch in der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin engagiert.

Typische Anzeichen einer Venen-Thrombose sind muskelkater-ähnliche Beschwerden, einseitige Schwellungen am Bein und eine bläuliche Verfärbung der Haut. Höchste Zeit, einen Experten aufzusuchen. Gefährlich werden Gefäßverschlüsse vor allem in den tiefen Bein- und Beckenvenen: Wenn sich Teile des Pfropfens ablösen,  können sie mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge verschleppt werden und dort lebenswichtige Gefäße verschließen: Plötzliche Atemnot ist die Folge.
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen an einer Lungenembolie.  Der Bedarf an Information ist groß, wie die ECHO-Sprechstunde zeigte: Die beiden Spezialisten hatten kaum Zeit, Luft zu holen. Sie sprachen in zwei Stunden mit mehr als 55 Lesern.  Rupert Bauersachs zählte deutlich mehr  Frauen als Männer unter den Anrufen.
„Vielen Patienten ist der Unterschied zwischen einer tiefgehenden Thrombose und einer oberflächlichen Venenentzündung nicht klar“, so der niedergelassene Darmstädter Angiologe Andreas Willeke.   Häufig  trete eine oberflächliche Venenentzündung im  Zusammenhang mit Krampfadern auf.   Um zu verhindern, dass sich  eine Thrombose entwickelt, wird  den Patienten oftmals  Heparin verabreicht, das unter die Hautdecke gespritzt wird.  Einer ECHO-Leserin, die bereits zwei   Thrombosen hatte, rät Willeke dazu,  dauerhaft Gerinnungshemmer einzunehmen, um zu verhindern, dass sich weitere Blutgerinnsel bilden.  „ASS zur Blutverdünnung reicht da nicht aus“, so der Facharzt.
In der Telefonsprechstunde gab es  auch einige Fragen zum Thema Krampfadern.  Eine  ECHO-Leserin aus Frankfurt wollte wissen, welche Verfahren es zur Entfernung gibt. Krampfadern können beispielsweise mit einem speziellen Schaum verödet werden oder mit Hilfe eines Katheters, der Wärme ausstrahlt und die Vene solange erhitzt, bis sie versiegelt ist. Bauersachs rät zum Besuch eines Venenspezialisten vor Ort, um mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.  „Katheterverfahren sind am schonendsten, sie werden aber nicht immer von den Krankenkassen bezahlt.“

Ein älterer Herr, der gerade eine Operation hinter sich hat, fragte nach, ob er sich bedenkenlos in den Flieger nach Bali setzen kann, der 18 Stunden dauert. Bauersachs sieht das eher kritisch. „Da gibt es ein gewisses Risiko.“  Er rät ihm,  sich mit seinem Hausarzt zu beraten.  Generell sei es so, dass Menschen nach längerem Liegen oder Sitzen ein erhöhtes Thromboserisiko hätten. Weitere Risikogruppen seien alte Menschen, Krebspatienten und Menschen mit einer vererbten Neigung zu Thrombosen, oder solche, die bereits einmal eine Thrombose hatten.

Viele Leser wollten wissen, wie sie eine Thrombose verhindern können. „Die Muskelpumpe aktivieren und sich bewegen“, rät Willeke. Bewegung führt dazu, dass die Muskeln das Blut gegen die  Schwerkraft  in Richtung Herz  pumpen. Venenklappen sorgen  dafür, dass das Blut bei der Entspannung des Muskels nicht wieder nach unten  fließt.  Er empfiehlt  Treppensteigen, Spazierengehen, Wandern, Radfahren und Schwimmen.

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