Kinder mit Adipositas: Behandeln statt operieren!

Abnehmen per Operation? Die Empfehlung eines Kinderchirurgen, Kindern, die extrem übergewichtig sind, den Magen zu verkleinern, stösst auf Kritik von Kinderärzten und Psychotherapeuten.

Auf dem Weltkongress der Kinderchirurgen in Berlin hatte Philipp Szavay, Chefarzt am Kantonsspital in Luzern darauf hingewiesen, dass eine Magenverkleinerung bei krankhafter Fettleibigkeit für Kinder oft die einzige Chance sei, mehr Lebensqualität zu erhalten.  Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der ebenfalls am Wochenende in Bad Orb tagte, warnt hingegen ganz klar vor  Magen-Bypässen oder Magen-Verkleinerungen bei Kindern und Jugendlichen. Über die Langzeitfolgen sei noch nichts bekannt. Manche Patienten litten danach unter Dauerdurchfällen und Kreislauferkrankungen. Magenbänder, so der Verband, seien allenfalls für stark adipöse Jugendliche ab 16 vorstellbar.  Die Ärzte raten  zu Ernährungs- und Bewegungskonzepten, die bereits im Vorschulalter greifen und die gesamte Familie miteinbeziehen.  Notwendig sei eine konsequente  Ernährungsumstellung, Sport und psychologischer Betreuung.

Ähnlich kritisch sehen auch viele Psychotherapeuten die Vorschläge des Chirurgen. ”Bei Adipositas geht es nicht darum, in kurzer Zeit große Gewichtsmengen zu verlieren, sondern langfristig die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu verändern”, heißt es in einer Mitteilung der hessischen Psychotherapeutenkammer. Die betroffenen Kinder und Jugendichen müssten von einem multiprofessionellen Team behandelt werden. Häufig litten die Kinder  unter Begleiterkrankungen wie Diabetes, Depressionen oder Angststörungen.

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