Hirndoping im Studium

Jeder siebte Schweizer Student hat bereits einmal versucht, seine Leistung mit verschrei-bungspflichtigen Medikamenten oder Drogen zu verbessern.  Neben Psychostimulanzien wie Ritalin konsumieren Studierende auch sedierende Medikamente, Alkohol oder Cannabis. Diese Substanzen werden meist nur während der Prüfungsvorbereitung eingenommen. Nur bei einer knappen Mehrheit der Befragten trat die gewünschte Wirkung ein, wie eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Zürich und Basel zeigt.

Für die Studie waren 6725 Studenten befragt, die im Schnitt 23 Jahre alt waren.  13,8 Prozent dieser Studierenden haben mindestens einmal versucht, mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, legalen oder illegalen Drogen ihre Gehirnleistung im Studium zu verbessern. Am häufigsten wurde Alkohol verwendet (5,6%), gefolgt von Methylphenidat wie Ritalin (4,1%), Beruhigungs- und Schlafmitteln (2,7%), Cannabis (2,5%), Beta-Blockern (1,2%), Amphetaminen (0,4%) und Kokain (0,2%).  Die befragten Studentinnen und Studenten benutzten diese Substanzen vorwiegend während der Prüfungsvorbereitung.  Tägliches Hirndoping kam selten vor (1,8%). Die Mehrheit der Befragten konsumierten jedoch “Soft-Enhancer” wie koffeinhaltige Produkte, rezeptfrei erhältliche Vitaminpräparate oder pflanzliche Beruhigungsmittel vor der letzten grossen Prüfung – rund ein Drittel taten dies sogar täglich.

Grafik, Uni Zürich

Grafik, Uni Zürich

 

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2 Antworten auf Hirndoping im Studium

  1. s.thio sagt:

    Die Webseite supermenschen.info informiert und regt zur Diskussion über ethische, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte des Hirndopings an. Am 9. September 2015 findet ab 17:00 Uhr ein Videochat über gesundheitliche Aspekte des Hirndopings statt. Es diskutieren unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=FZTAz4J9Iug
    • Prof. Dr. Ortwin Renn: u.a. Sozialwissenschaftler und Risikosoziologe an der Universität Stuttgart
    • Lea Thies: Redakteurin für “Journal und Kultur” bei der Augsburger Allgemeinen
    • Dr. Bernward Siegmund: Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der LWL-Klinik Lengerich
    • Karsten Strauß: Arzt und Sozialpädagoge, Suchttherapeut und Mitbegründer von “Strauß und Partner- Institut für Suchtmedizin”
    Es moderiert Frank Ulmer des Kommunikationsbüros Frank Ulmer Stuttgart. Der Videochat ist Teil des ELSA Diskursprojektes “Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping”, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Durchgeführt wird das Projekt vom IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, politik-digital e.V. und dem Kommunikationsbüro Ulmer.

  2. Merle Peete sagt:

    Daumen hoch für diesen Beitrag! Klasse Content, ich hoffe hier kommen in Zukunft noch viele weitere Beiträge! :)

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