Gesundheitstipp: Muskelpumpe aktivieren

Professor Dr. Rupert Bauersachs ist Direktor der Klinik für Gefäßmedizin – Angiologie am Klinikum Darmstadt über Gerinnungsstörungen und Thrombosen.  

Professor Dr. Rupert Bauersachs. Foto: Klinikum Darmstadt

Professor Dr. Rupert Bauersachs. Foto: Klinikum Darmstadt

Muss ein Patient wegen einer schweren Erkrankung lange liegen, kommt die Muskelpumpe nicht zum Einsatz und das Blut in den Venen strömt langsamer, die Gerinnungsneigung steigt. Der Blutfluss kann sich aber auch durch ein Hindernis verlangsamen, zum Beispiel, wenn ein Tumor im Bauchraum die Venen zusammendrückt – oder auch einfach beim langen Sitzen während einer Flugzeug-Fernreise.

Ein Thrombus (Pfropf, Blutgerinnsel) entsteht durch Blutgerinnung – ein Vorgang, der eigentlich ein Schutzmechanismus ist. So schützt er den Körper vor dem Verbluten: Das Blut verklumpt und schließt die Wunde ab. In den unverletzten Blutgefäßen aber soll das Blut nicht verklumpen, sondern ungehindert fließen. Hier ist ein Gerinnsel ein störendes Hindernis für den Blutstrom und als Quelle für eine Lungenembolie gefährlich.

Schwangerschaft, Anti-Baby-Pille, Hormonpräparate, Krebserkrankungen, schwere Allgemeinerkrankungen, Herzschwäche und Verschlimmerungen einer chronischen Atemwegserkrankung können Thrombosen auslösen. Trifft einer dieser Risikofaktoren auf Sie zu, dann lassen Sie sich bei einem Gefäßspezialisten beraten.

Wenn Sie schon einmal eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten haben, dann kann der Arzt mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob die Thrombose durch eine ererbte Gerinnungsstörung ausgelöst wurde. Allerdings erleiden etwa 40 Prozent aller Thrombose-Patienten eine Thrombose ohne erkennbare Auslöser.

Deshalb der Rat: Schwellungen am Fußknöchel, am Unterschenkel oder am ganzen Bein mit Spannungsgefühl, Schmerzen in der Wade beim Auftreten, Blauverfärbung der Haut am Bein, wenn es herabhängt – all dies sind Symptome, bei denen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen sollten.

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