Fische im Weltraum

Ein Team von Biologen der Universität Hohenheim bringt am 19. April 40 Buntbarsche in die Erdumlaufbahn. Sie werden vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Trägerrakete ins All geschossen. Prof. Reinhard Hilbig  will herausfinden, warum Reisenden in Autos, Schiffen oder Flugzeugen übel wird.

Hilbig vermutet den Grund für die Reisekrankheit im Innenohr: „Dort sitzt das Sinnesorgan, mit dem wir Schwerkraft und Beschleunigung wahrnehmen“, erklärt der Biologe in einer Mitteilung. Otolithen, das sind kleine Steinchen,  erfassen die dreidimensionale Lage im Raum und leiten sie an das Gehirn weiter. Widersprüchliche Meldungen an das Gehirn könnten Übelkeit verursachen, so die Vermutung der Forscher.

Die Buntbarsche werden an Bord eines Satelliten einen Monat lang die Erde in 650 Kilometer Höhe umkreisen. Sie sind in einem Spezial-Aquarium untergebracht.  Die Schweressinnesorgane der Fische sind denen der Menschen sehr ähnlich, so der Biologe. Bereits nach einigen Tagen im All verändere sich der Calcium-Stoffwechsel, was sich wiederum auf die Otolithen auswirkt, da sie aus Calcium bestehen. „Uns als Forscher interessieren dabei die grundsätzlichen Mechanismen der Raumorientierung und des Calcium-Stoffwechsels, in die wir dank der Schwerelosigkeit einen Einblick bekommen. Wenn diese besser bekannt sind, werden auch in der Zukunft Medikamente gegen die Reisekrankheit entwickelt werden können“, so Prof.  Hilbig.

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