Ein Impuls, der Leben rettet

Gewebeproben im Labor der Deutschen Knochenmarkspenderdatei in Dresden. Foto: DPA

Gewebeproben im Labor der Deutschen Knochenmarkspenderdatei in Dresden. Foto: DPA

Es sind oft genug schlechte Nachrichten, über die wir Journalisten in der Regel berichten. Heute, im Lokalteil Darmstadt, geht es um Lebensretter, genauer um  Knochenmarkspender: Allein in Darmstadt sind mehr als 6300 Menschen bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert, davon haben 68 bereits Knochenmark gespendet. Christoph Müller, der bei Merck Serono arbeitet, ist einer davon. Er hatte sich vor einigen Jahren bei einer Typisierungsaktion im Taunus kurzfristig entschieden, aus einem „impulshaften Antrieb“ heraus,  einen Bluttest machen zu lassen. Seine Daten wurden in der Knochenmarkspenderdatei gespeichert. Vergangenes Jahr spendet er schließlich einem 19 Jahre alten, leukämiekranken Italiener sein Knochenmark – und hat ihm damit das Leben gerettet.

Im Knochenmark werden alle Zellen des Blutes und des Abwehrsystems ständig neu gebildet. Blutstammzellen befinden sich überwiegend im Knochenmark des Beckenkamms.  Es gibt zwei Möglichkeiten, Blutstammzellen zu spenden: Bei der klassischen Methode wird Knochenmark unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen des Spenders entnommen.  Das Knochenmark selbst schon nach kurzer Zeit vom Körper des Spenders nachgebildet, es besteht ansonsten das übliche Narkoserisiko, die Einstiche im Bereich des Beckenknochens hinterlassen Blutergüsse und können einige Tage etwas schmerzen.

Bei der peripheren Stammzellspende wird dem Spender fünf Tage lang ein Wachstumshormon verabreicht, damit sich die Zellen leichter lösen.  Die Zellen werden dann – ähnlich wie bei einer Blutwäsche – dem Spender ambulant entnommen.  Als Nebenwirkungen können grippeähnliche Beschwerden (Kopf- und Gliederschmerzen) auftreten, die sich aber mit Schmerzmitteln behandeln lassen und nach der Behandlung wieder abklingen.

Derzeit sind bundesweit im Knochenmarkspender-Register in Ulm mehr als 4,8 Millionen Menschen als Spender erfasst. Allerdings wird nur etwa ein Prozent aller  registrierten Spender tatsächlich  jemals spenden.   Spender werden kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren.  Die Liste an Ausschlusskriterien ist  lang: Sie reicht von Übergewicht, Herzrhythmusstörungen, schwerem Asthma, Autoimmunerkrankungen und Diabetes mellitus bis hin zu Erkrankungen der endokrinen Drüsen.

Weitere Infos gibt es im Internet unter folgenden Links:

www.zkrd.de

www.dkms.de

www.stefan-morsch-stiftung.com

 

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Eine Antwort auf Ein Impuls, der Leben rettet

  1. Ariette sagt:

    Letztes Jahr haben wir das im Kollegium auch getan – uns für eine Knochenmarksspende registrieren lassen. Und die Kosten der Typisierung hat unser Arbeitgeber übernommen.

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