Medikamentensucht: Die 4-K-Regel

Abhängig von Schlaftabletten – das Thema hatte ich kürzlich schon mal aufgegriffen.  Nun gibt es wieder ein neues Projekt: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) startet gemeinsam mit Barmer und Bundeärztekammer eine Kampagne, um Apotheker, Ärzte und Patienten auf die Risiken aufmerksam zu machen. Finde ich gut.

Wer unter Schlafstörungen oder Ängsten leidet, sollte  Benzodiazepine (mit Wirkstoffen wie Lorazepam, Diazepam, Bromazepam etc.) oder auch verwandte Substanzen wie Zolpidem und Zopiclon nur kurzfristig nehmen. Die DHS rät zur 4-K-Regel:

Klare Indikation: Nehmen Sie das Medikament nur ein, wenn eine eindeutige medizinische Notwendigkeit besteht. Diese sollten Sie in einem Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt abklären und auch andere Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen.

Kleinste notwendige Dosis: Nehmen Sie nur so viel wie nötig ein – und unbedingt so wenig wie möglich. Besprechen Sie die kleinste notwendige Dosis mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt.

Kurze Anwendung: Nehmen Sie das Medikament nur überbrückend ein für kurze Zeit.

Kein schlagartiges Absetzen: Hören Sie nicht einfach mit der Einnahme auf, sondern verringern Sie langsam die Dosis – mit ärztlicher Begleitung.

Viele Patienten merken von einer Abhängigkeit zunächst kaum etwas, weil sie häufig mit einer Tablette am Tag auskommen und die Dosis nicht steigern müssen. Dieses Phänomen wird Niedrigdosisabhängigkeit genannt. Bei Absetzversuchen aber treten als Entzugserscheinungen die ursprünglichen Beschwerden verstärkt wieder auf – wie zum Bespiel Schlafstörungen oder Angstattacken – und die Patienten nehmen das Medikament weiterhin ein. Es besteht die Gefahr, dass durch die Dauereinnahme ihr Gefühlsleben verarmt, bis hin zur Abstumpfung. Die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und haben keine Energie. Die Ursache der Probleme lösen die Mitteln nicht. Die Abhängigen geraten in einen Teufelskreis. Weitere Infos im Netz.

 

 

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