Qualitätskriterien für Medizin-Apps

Etwa 200 Millionen Gesundheits-Apps (mHealth-Apps) sind nach Schätzungen des Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) derzeit auf dem Markt. Im besten Fall machen die elektronischen Helfer Patienten schlauer und kompetenter. Das Problem: Für den Großteil der Anwendungen gibt keine transparenten Qualitätsmerkmale. Nur Apps, die vom Hersteller als Medizinprodukte eingestuft werden, sind meldepflichtig und unterliegen speziellen Prüfverfahren. Für die Erfassung und Bewertung von Risiken sind in diesen Fällen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zuständig. Vertreter des Aktionsforums fordern, dass prinzipiell für alle Gesundheitsapps Mindestanforderungen eingeführt werden sollten. Dazu zählen die folgenden Punkte:

  1. Angaben über den Hersteller (Impressum, Autoren, Quellen, Aktualität der Daten, Rückmeldemöglichkeit),
  2. Angaben über das Produkt (Darstellung des Anwendungsbereiches, Versionsnummer, Nutzen, Funktionalität, durchgeführte Tests, Studien, bekannte und behobene Störungen, Limitationen),
  3. Angaben zum Datenschutz (Datenschutzerklärung),
  4. Angaben zur Finanzierung (Finanzierungsquellen),
  5. Prüfberichte, die den Nutzern im Internet in verständlicher Form zur Verfügung gestellt werden.

P.S.: Unter „Medi-Apps im Test“ habe ich in diesem Blog bislang sechs Gesundheitsapps auf ihre Tauglichkeit getestet. Von der Ersten-Hilfe-App und einem Pulsmesser fürs Smartphone bis hin zur App für Gehörlose.  Zu finden sind die Kritiken unter der Rubrik „Medi-Media“.

Dieser Beitrag wurde unter Medi-Media abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.