Lehrlinge vor der Kamera

Jederzeit einsatzbereit. Ständig unter Druck. Die Uhr tickt. Keine Zeit für Zweifel. Es geht ans Eingemachte: Die Off-Kommentare zur kürzlich gestarteten Doku-Serie „Die jungen Ärzte“ auf Vox sind entbehrlich. Glücklicherweise haben die angehenden Fachärzte, die von den Filmemachern im Arbeitsalltag gezeigt werden, deutlich mehr zu sagen. „Als Arzt kann man kein Mitleid haben. Mitgefühl, aber kein Mitleid, sonst kann man nicht arbeiten“, erklärt der angehende HNO-Arzt William Burke. Er arbeitet, wie alle in der Serie, an der medizinischen Hochschule Hannover, einem Betrieb mit  7610 Vollzeitkräften. Dass die Klinik vergangenes  Jahr ein Minus von fast 16 Millionen Euro geschrieben und deshalb 170 Stellen streichen will, erfährt man in der ersten Folge nicht. Dafür einiges über den Arbeitsalltag von Ärzten, die noch viel lernen müssen. Gezeigt wird etwa, wie der Assistenzärztin Heike Labenski bei einer Operation die Hand zittert und wie Dr. Burke von seinem Oberarzt zurechtgewiesen wird, weil er die Visite nicht rechtzeitig vorbereitet hat. Gezeigt wird aber auch, wie groß das Engagement der Ärzte ist. Eine der besten Szenen: Heike Labenski stellt sich einem Medizinstudenten als Probandin zur Verfügung und hält ihm mit dem Kommando “Anvisieren und rein, bis auf Anschlag” ihre Venen zur Blutentnahme hin.

Die nächsten vier Folgen werden jeweils samstags, ab 22 Uhr (Achtung: die Zeiten variieren, der Blick ins Programmheft lohnt sich) ausgestrahlt und am Tag darauf, sonntags von 9.05 Uhr an, auf Vox wiederholt. Am 27. September, 20.15 Uhr, startet  ZDFneo mit den “Junior Docs”  übrigens ein ähnliches Format. Bin gespannt.

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