Wer ärgert unseren Gesundheitsminister? Die Schweizer!

Das wird Daniel Bahr (FDP) vermutlich nicht so gerne hören: Die Schweizer haben am heutigen Sonntag  für die freie Arztwahl gestimmt und gegen die Managed-Care-Vorlage der Regierung.  Sie sah vor, dass Krankenversicherte, wenn sie nur zu Ärzten gehen, die in einem bestimmten Netzwerk organisiert sind,  geringere Beiträge zahlen müssen.  Die Argumente der Befürworter: Mit dem Modell lassen sich Kosten senken.  Die Mehrzahl der Schweizer sieht darin aber wohl eher den Startschuss für eine Zweiklassenmedizin: All diejenigen, die weiter auf die freie Arztwahl bestehen, sollen nämlich  höhere Prämien zahlen – und die muss man sich erstmal leisten können. Was das Abstimmungsergebnis mit Daniel Bahr zu tun hat? Es macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Ende Mai hatte die  Süddeutsche Zeitung gemeldet, dass man im Berliner Gesundheitsministerium darüber nachdenkt, die freie Wahl der Kliniken einzuschränken: Wer in das Krankenhaus geht, das ihm seine Krankenkasse empfiehlt, soll  sich die Zuzahlung von 10 Euro am Tag sparen können.  Ein Schnäppchen-Angebot, auf dem Herr Bahr wohl sitzenbleiben wird.

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