Nachgehakt: Datenschutz im Gesundheitswesen

Wer in seiner Papiertonne Patientenunterlagen von Krankenhäusern oder Arztpraxen findet, auf denen sogar noch die Patientennamen verzeichnet sind, wie es ein Blog-Leser vor einigen Tagen schilderte, der sollte dies dem Datenschutzbeauftragten des Landes melden – und detektivische Vorarbeit leisten: ”Ohne den genauen Sachverhalt ist eine datenschutzrechtliche Bewertung nicht möglich”, sagt die Datenschützerin Dr. Rita Wellbrock aus Wiesbaden.  Im Falle der Stationspapiere, die im Papiermüll gefunden wurden, brauche sie nicht nur das genaue Datum, um dem Fall nachzugehen, sondern möglichst auch ein Dokument, das zu Beweiszwecken sichergestellt wurde. In diesem Fall heißt das: Unterlagen eintüten und nach Wiesbaden schicken.  Möglichst viele Angaben braucht die Datenschützerin auch für den Fall des Facharztes, der im Beisein eines Patienten die Krebs-Diagnose eines anderen Patienten ausplaudert. “Da wäre ebenfalls die Frage, wann genau das war und ob weitere Einzelheiten der Situation noch in Erinnerung sind”, sagt Rita Wellbrock. Dann würde der Arzt um eine Stellungnahme gebeten. “Es wäre in diesem Fall aber wohl  zu befürchten, dass der Sachverhalt nicht mehr eindeutig aufzuklären ist.”

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