Millionen Überstunden in Kliniken und Altenheimen

Leider immer wieder ein Thema: 2,44 Millionen Überstunden schieben die Beschäftigten in hessischen Krankenhäusern vor sich her  – pro Person sind das 32,5 Überstunden, die bis zum Ende des ersten Quartals 2016 nicht durch Freizeit oder Geld ausgeglichen waren. Das ist das Ergebnis einer  Befragung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Das Problem ist nicht auf Hessen beschränkt. In ganz Deutschland sind es 35,7 Millionen Überstunden. Auch in den Altenpflegeeinrichtungen ist die Belastung durch Überstunden hoch.

Diese Zahlen machen deutlich, was Pflegende und Beschäftigte schon lange erfahren: Ohne ihr zusätzliches Engagement würde das System Krankenhaus nicht mehr funktionieren. Um die Versorgung der Patienten und Bewohner gewährleisten, werden Überstunden systematisch eingeplant. Allein die zu viel geleistete Arbeitszeit würde mehr als 1200 zusätzliche Stellen in den hessischen Kliniken bedeuten.

Georg Schulze-Ziehaus, Landesfachbereichsleiter bei ver.di Hessen: „Die Arbeit ist trotz der vielen Überstunden und der hohen Einsatzbereitschaft der Beschäftigten nicht zu schaffen. Wir brauchen dringend Entlastung für die Beschäftigten in Kliniken, damit sie am Ende nicht selbst zu Patienten werden. Die wichtigste Voraussetzung dafür heißt: endlich mehr Personal!“

Bereits im vergangenen Jahr hatte ver.di auf den eklatanten Personalmangel im Gesundheitsbereich aufmerksam gemacht, zuletzt mit einer Petition an den Bundestag, die eine gesetzliche Personalbemessung im Krankenhaus fordert. Im Bereich der Altenpflegeeinrichtungen ist eine Personalbemessung zwar bereits gesetzlich verankert, tritt aber erst 2020 in Kraft. Aus Sicht von ver.di viel zu spät. Deshalb fordert ver.di auch dort eine sofortige Einführung und konsequente Umsetzung von bundesweiten gesetzlichen Personalmindeststandards. „Es reicht nicht, wenn der Gesundheitsminister von der Stärkung der Pflege am Bett redet und der Pflegebeauftragte der Bundesregierung verspricht, die Altenpflege voranzubringen. Sie müssen handeln! Wir brauchen eine gesetzliche Personalbemessung jetzt“, so Schulze-Ziehaus weiter.

 

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