Lichtblick für Schwerstkranke

Es gibt sie, die guten Nachrichten – sogar in der Gesundheitspolitik. Künftig dürfen Ärzte ihren Palliativpatienten, die sie zuhause rund um die Uhr betreuen, Betäubungsmittel überlassen. Bislang machten sie sich damit strafbar. Seit Jahren hat der Schmerz- und Palliativmediziner Thomas Sitte aus Fulda dafür gekämpft, dass der Gesetzgeber diese Lücke schließt und er seine Patienten mit Betäubungsmitteln versorgen darf – etwa um zwei Uhr nachts am Wochenende, wenn die nächste diensthabende Apotheke 50 Kilometer entfernt ist und der Schmerzpatient dringend Nachschub braucht. Sittes Patienten haben sich blind darauf verlassen, dass er in Notfällen für sie da ist – und er ihnen Opioide überlies, obwohl er damit gegen das Betäubungsmittelgesetz verstieß und sich damit unsinnigerweise der „Dealerei“ schuldig machte.  Damit ist jetzt Schluss, die Neuregelung soll über das Arzneimittelgesetz im Betäubungsmittelgesetz verankert werden. Damit es nicht zu Engpässen kommt, geht Hessen sogar noch einen Schritt weiter: Die Deutsche Palliativ-Stiftung hat mit dem Sozialministerium, der Landesapotheker- und der Landesärztekammer eine Liste mit wichtigen Medikamenten in der Palliativversorgung erstellt, die alle hessischen Apotheken vorhalten sollen.

Für Sitte, der auch Vorsitzender der Palliativ-Stiftung ist, geht der Kampf weiter, wie er mir auf Nachfrage zugemailt hat: “ Was mir immer noch am Herzen oder auf dem Magen liegt ist, dass „Otto Normalverbraucher“ mit dem  Thema Sterben ja überhaupt nichts zu tun haben will, er sich mit den für ihn wichtigsten Fragen viel zu spät auseinander setzt. Wir MÜSSEN Werbung für die Hospizidee und die Möglichkeiten der Palliativversorgung machen. Nicht nur so ein bisschen, dezent und in Expertenrunden. Es muss eine Imagekampagne für das Thema gestartet werden. Die Deutsche Palliativ-Stiftung  hat dafür sehr gute Konzepte. Wir haben beste Rückmeldungen erhalten. Jetzt fehlen uns die aktiven Unterstützer für die Umsetzung.“

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