Kliniken am Abgrund?

Pulsmesser

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Am 7. Februar entscheiden die Stadtverordneten in Offenbach ob das Bürgerbegehren gegen den Verkauf des Klinikum zulässig ist. Das kommunale Krankenhaus fährt seit Jahren Defizite ein – und ist damit nicht allein. „Schon heute schreibt jede dritte Klinik rote Zahlen – Tendenz steigend“, so Arist Hartjes, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen. Er zeichnet ein düsteres Bild: Die Kliniken seien nicht mehr in der Lage, die steigenden Kosten, wie höhere Löhne, Energiekosten oder Versicherungsprämien, durch Einsparungen aufzufangen. „Viele Kliniken stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt er.

Der Klinikverbund fordert mehr Geld und verweist auf eine Initiative der CSU-Landesgruppe im Bundestag,  die fordert, noch in dieser Legislaturperiode ein Förderprogramm im Umfang von 950 Mio. Euro aufzulegen. Diese zusätzlichen Mittel sollen die Versorgung in ländlichen Regionen verbessern und Kliniken mit mehr Personal zu versorgen.

Mehr Geld, mehr Unterstützung – das Beispiel Offenbach zeigt, wie schwer es Kommunen angesichts leerer Kassen fällt, die Häuser wettbewerbsfähig zu machen. Ob ein Zusammenschluss kommunaler Kliniken, wie ihn das Land Hessen fordert, der bessere Weg ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Er soll Synergien schaffen, indem gut aufgestellte Kliniken defizitäre Krankenhäuser  unter die Fittiche nehmen. Anfang Januar hat das GPRS-Klinikum in Rüsselsheim einem solchen Verbund bereits eine Absage erteilt und auch die Chefs des Klinikum Fulda zweifeln nach Medienberichten, ob der Landesentwurf – er sieht die Bildung einer Holding vor – tragfähig genug ist.

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