Schläge in der Notaufnahme

Mitarbeiter der UMM üben den Ernstfall mit Polizisten. Foto: UMM

Mitarbeiter der UMM üben den Ernstfall mit Polizisten. Foto: UMM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer in der Notaufnahme arbeitet, rettet  Leben.  Dafür ernten Ärzte und Pfleger nicht immer nur Dankesworte. Vor allem abends und nachts haben sie es zuweilen mit aggressivem Verhalten von Patienten und Angehörigen zu tun. Wenn Gewalt ins Spiel kommt, ruft etwa Dr. Ulf Hannemann, Chef der Zentralen Notaufnahme des Klinikum Darmstadt, die Polizei. „Ich rate auch meinen Mitarbeitern, es öffentlich zu machen.“

Die Verantwortlichen der  Universitätsmedizin  Mannheim  (UMM) gehen noch einen Schritt weiter. Dort haben Einsatztrainer der Polizei die Mitarbeiter der Notaufnahme in Theorie und Praxis in Deeskalations-Techniken und Selbstverteidigung geschult. Ziel ist, dass sich Ärzte und Pflegekräfte in unerfreulichen Situationen besser behaupten können.

Häufig komme  es aufgrund von Alkohol- und Drogenkonsum zu Übergriffen gegen das Personal oder gegen  medizinische Geräte und Einrichtungsgegenstände, so
Elisabeth Walz, stellvertretende pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme, in einer Pressemitteilung der Universität. In Mannheim werden solche Zwischenfälle protokolliert, je nach Schwere des Vorfalls droht, wie auch im Klinikum Darmstadt, den Tätern eine Anzeige.  „Die Zentrale Notaufnahme der UMM ist für viele Menschen bei Tag und Nacht eine lebensrettende Anlaufstelle, sie darf keinesfalls als rechtsfreier Raum missbraucht werden“,  sagt Peter Brüstle, der pflegerische Leiter der Notaufnahme. Um so wichtiger sei
es, entschieden und klar aufzutreten, um Unfrieden möglichst schon im Keim zu
ersticken.  Eine Hilfe sei auch der klinikumseigene Sicherheitsdienst, um die Randalierer in ihre Schranken zu weisen.

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One Response to Schläge in der Notaufnahme

  1. Kerstin sagt:

    Nicht nur in Mannheim, auch in Stuttgart. Vielleicht ist das generell eine baden-württembergische Initiative. Worum sich aber auch noch gekümmert werden muss: Welche Techniken und Hilfen gibt man Schwestern und Pflegern an die Hand, wenn sie bereits Gewalt erfahren haben? Kenne da auch einen Fall, wo ein Mitarbieter gewürgt wurde und jetzt verständlicherweise Vertrauensprobleme hat bzw. mit bestimmten Klienten nicht mehr alleine in der Behandlung sein mag.

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