Gesundheitstipp: Am besten unter 140/90

Prof. Dr. Werner Riegel“Zu hohe Werte schädigen innere Organe wie Augen, Gehirn, Herz und Nerven”, so Professor Werner Riegel, Leiter der Medizinisch Klinik III am Klinikum Darmstadt.

Bluthochdruck verursacht keine Schmerzen und wird deshalb in seiner gefährlichen Bedeutung unterschätzt. Mehr als ein Viertel aller Menschen und mehr als die Hälfte der über Sechzigjährigen sind davon in Deutschland betroffen. Aber nur bei einem Viertel ist die Behandlung ausreichend. Generell gilt ein Blutdruck kleiner 140/90 mmHg als normal. Zu den Grenzwerten gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Prinzipiell ist es auf jeden Fall besser, niedrigere als höhere Werte zu haben. Bei Älteren und bei Diabetikern kann man nach neuen Studien auch Werte akzeptieren, die etwas höher als 140/90 mmHg sind. Nierenkranke sollten jedoch besser 120/80 mmHg haben.

Wie misst man richtig Blutdruck? Die Messung erfolgt im Sitzen nach einer Ruhephase von etwa 15 Minuten. Gemessen wird am Oberarm, den die Manschette zu zwei Drittel bedeckt. Am genauesten erfolgt die Messung mit einem Gerät, das oszillographisch misst, was mittlerweile Standard ist. Geräte, die am Handgelenk messen, können hilfreich und praktisch sein. Allerdings muss die Genauigkeit der Messung beim Arzt überprüft werden. Der Blutdruck ist natürlich keine konstant gleichbleibende Größe, sondern variiert je nach Stimmungslage, körperlicher Aktivität oder Aufregung beziehungsweise Entspannung. Somit sind tagsüber Schwankungen völlig normal. Nachts jedoch sollte der Blutdruck immer abfallen und normalerweise unter 120/80 mmHg liegen.

Einige Erkrankungen verhindern den nächtlichen Blutdruckabfall wie etwa eine Engstellung der Nierenarterien, ein Diabetes mellitus oder die Schlafapnoe. Liegen Vermutungen für diese Erkrankungen vor, so ist die Blutdrucklangzeitmessung angezeigt.

Eine fehlende nächtliche Absenkung oder ein über viele Jahre andauernder Bluthochdruck schädigen die inneren Organe wie Augen, Gehirn, Herz und Nieren. Das Ausmaß der Schädigung ist für die weitere Zukunft bedeutsam. Der Arzt richtet die Intensität der empfohlenen Therapie daran aus, das Risiko für das schwerwiegende Endstadium zu reduzieren. Denn am Ende stehen Schlaganfall, Herzinfarkt und/oder Dialysebehandlung. Diese lebensbeeinträchtigenden Folgeschäden gilt es unbedingt zu vermeiden.

Betroffene können dafür viel tun. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Nahrung mit viel Kochsalz wie Fertigprodukte gilt es zu vermeiden. Brot, Wurst und Käse enthalten ebenfalls viel Kochsalz und sind auf ein geringes Maß zu reduzieren. Unter dem Titel “Medikamente sind nicht alles!” werden dazu am Klinikum Darmstadt regelmäßig Schulungen durchgeführt. Auch eine regelmäßige und meist lebenslange Einnahme der verordneten Medikamente ist äußerst wichtig.

 

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Eine Antwort auf Gesundheitstipp: Am besten unter 140/90

  1. Marianne Keßler sagt:

    guter beitrag

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