Erste Hilfe, wenn’s brenzlig wird

„Schläge in der Notaufnahme“ habe ich vor einiger Zeit einen Beitrag im „Pulsmesser“ übertitelt. Darin ging es um ein Projekt in Mannheim, bei dem Mitarbeiter der Universitätsmedizin  von Einsatztrainern der Polizei in Deeskalations-Techniken und Selbstverteidigung geschult werden.

In Darmstadt werden solche Techniken am Elisabethenstift bereits seit zehn Jahren eingesetzt, wie ich heute bei einem Termin  erfahren habe. Dort gibt es an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ein spezielles Gewaltpräventionsprogramm für die Mitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr haben an den viertägigen Kursen 45 Mitarbeiter teilgenommen. Das Projekt wird auch von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege unterstützt. Chefarzt Martin Hambrecht ist ebenfalls äußerst zufrieden mit den Ergebnissen. Mittlerweile kämen die Beschäftigten angstfrei zum Dienst. Die Folge: Sie können sich besser auf die Patienten konzentrieren, ruhig und strukturiert arbeiten. „Das Klima ist ein anderes geworden.“

Gewaltpräventionsprogramme werden heute in immer mehr Kliniken eingesetzt. Das Agaplesion Elisabethenstift gehört zu den Vorreitern, zumal es dort künftig auch Notfallberater geben soll, die den Mitarbeitern zur Seite stehen, wenn sie Opfer oder Zeugen von Gewalt geworden sind. Gesagt werden muss aber auch, dass es bei diesem Thema Defizite in der Ausbildung von Krankenpflegern und Ärzten gibt. „Im Aufbaukurs zum Fachpfleger für Psychiatrie ist es ein Baustein von vielen“, sagt Martin Hambrecht.

 

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