Klinikum unter Druck

 Vergangene Woche wurde Kinikum-Geschäftsführer Gerhard Becker vom Ex-OB Günther Metzger der Misswirtschaft beschuldigt, jetzt hat ihm die Stadt den Heag-Vorstand Klaus-Michael Ahrend als Aufpasser zur Seite gestellt. Becker soll das kommunale Klinikum sanieren und dabei auch die Interessen der Stadt vertreten. Also weniger Miese machen und trotzdem den Versorgungsauftrag zu aller Zufriedenheit erfüllen. Die Frage ist, spielt Ahrend nur den Aufpasser oder bestimmt er die Richtung mit? Auf Dauer kann die Sanierung nur gelingen, wenn die beiden nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander. Und zwar mit Volldampf. Viel Zeit, sich auf ein Tempo zu einigen, haben sie nicht, das zeigt der Blick in die Nachbarschaft. Das Offenbacher Klinikum – es ist mit mehr als 46 Millionen Euro im Minus – lotet gerade seine Marktchancen aus. Wiesbaden hat 49 Prozent der Anteile bereits an den mit 100 Millionen Euro verschuldeten Horst-Schmidt-Kliniken an die Rhön-Klinikum AG verkauft.

Dieser Beitrag wurde unter Kliniken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

One Response to Klinikum unter Druck

  1. Karl-Heinz Schön sagt:

    Endlich läuft mal was!
    Ein Krankenhaus läuft mit dem Geld, das die Krankenkassen für die Behandlung ihrer Versicherten bezahlen. Das muß reichen. In unserem Klinikum hat es viele jahrelang nicht gereicht. Massenhaft musste Geld, das den Darmstädter Bürgern gehört, Jahr für Jahr in die Klinik versenkt werden. Wir hätten es besser für Kindergärten und Fahrradwege gebrauchen können. Dafür müssen die Führungskräfte, die Aufsichtsgremien und die Dezernenten die Verantwortung übernehmen. Auch nachträglich. Auch wurden jahrelang in der Darmstädterei Klinikstandorte geschlossen und neu gebaut. Allerdings nur in Sontagsreden. Jetzt hat das Klinikum einen Geschäftsführer und
    einen Dezernenten, die die Sache in die Hand nehmen. Und sie haben damit Erfolg. Das Defizit sinkt, es wird gebaut und die Hin-und Herfahrerei zwischen Eberstadt und Darmstadt ist bald vorbei. Ein weiteres sicheres Indiz dafür, dass es gut läuft ist die gute Zusammenarbeit zwischen Chefärzten und Geschäftsführung. Das ist keine Selbstverständlichkeit in Krankenhäusern. Das alles ist nicht einfach und offensichtlich sind nicht alle von diesem veränderungsprozess begeistert. Vor allem diejenigen nicht, die in der Vergangenheit gut von den Millionen gelebt haben, die zusätzlich in die Klinik geflossen sind. Hoffentlich gehört nicht ein selbsternanntes „Mobbing-Opfer“ zur Mandantschaft des Ex-OB. Sonst könnte man daran denken, das da jemand nachtreten will. Ich finde es übrigens untreu, wenn ein Ex-OB eine erfolgreiche städtische Tochter attackiert. Gibt es da keine Loyalitätspflicht über die Amtszeit hinaus?


    Karl-Heinz Schön

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.