Am Rhein erprobt, nach Afrika exportiert

Gemeine Steckmücke (Aedes). Foto: Kab

Steckmücke (Aedes). Foto: Kabs

Wer kennt es nicht, das sirrende Geräusch der Schnaken – die Stechviecher nerven. An den Altrheinarmen kommt seit Jahren ein biologisches Mittel zum Einsatz, das die Larven abtötet. Nun soll damit auch die Ausbreitung von Malaria in Westafrika gestoppt werden.  Das Institut für Public Health am Universitätsklinikum Heidelberg und die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS)  haben ein gemeinsames Projekt gestartet.  Das Mittel soll  in einem großen Distrikt in Burkina Faso gezielt in die stehenden Gewässer ausgebracht werden, die den Malariamücken als Brutstätte dienen, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni Heidelberg.  In den Tropen und Subtropen sind Stechmücken Überträger gefährlicher Krankheiten, wie Malaria, Dengue- und Gelbfieber, lypmphatischer Filariosen (Wurmerkrankung) und Encephalitis.

In Deutschland haben die Stechmücken als Krankheitsüberträger bisher keine Bedeutung, heißt es bei der KABS. Gelegentlich kann es durch das Aufkratzen der Quaddeln zu Sekundärinfektionen kommen, teilweise können  allergische Reaktionen auftreten. Eine Übertragung von Krankheiten durch Stechmücken (beispielsweiseTahyna-Viren) kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, heißt es bei der KABS. Das Tahyna-Virus wurde wiederholt in tropischen Aedes-Arten  nachgewiesen. Eine Infektion führt zu fieberhaften Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen. Auch Tierkrankheiten können durch Stechmücken übettregen werden, etwa die durch Anopheles-Mücken übertragene Viruserkrankung namens Kaninchen-Myxomatose, die zur Familie der Pockenviren gehört. Aufgrund von Klimaveränderungen breiten sich zunehmend auch tropische Mückenarten wie der Asiatischen Tigermücke (Überträger von Dengue-Fieber) in Europa aus.

 

 

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