Am Puls der Patienten

Als Journalistin kommt man sich manchmal vor wie ein Chirurg im OP, wenn der Patient Gesundheitswesen vor einem auf dem Schreibtisch liegt und kollabiert. Ein Beispiel: Ein ECHO-Leser gibt der Redaktion folgenden Befund durch:  „Augenärzte sind überfordert, nächster Termin erst in einem dreiviertel Jahr“.  Die Erste-Hilfe-Maßnahme sieht so aus, dass man dem Leser  einen Augenarzt vermittelt, der bereit ist, sofort zu helfen.  Das senkt den Puls. Doch bevor am eigentlichen Problem herumgedoktert und eine Diagnose gestellt werden kann, müssen Untersuchungen gemacht und Fragen gestellt werden: Mangelt es an Augenärzten? Sind die Praxen wirklich überlaufen? Bekommen Privatpatienten schneller einen Termin? Wann liegt eigentlich ein Notfall vor? Das Ergebnis der Untersuchungen ist Anfang nächster Woche im ECHO zu lesen.  Analytische Hilfe könnte ich dabei übrigens noch von meinen Blog-Lesern gebrauchen.

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2 Responses to Am Puls der Patienten

  1. Christiane Schwab sagt:

    Hallo,
    mein Mann ist chronisch krank (Dialysepatient auf Transplantationsliste, derzeit noch
    voll arbeitend) und Kassenpatient. Da verstehe ich so manches nicht. Er ist 3x/Woche
    bei der Dialyse bei Ärzten die ihn kennen. Braucht er eine Überweisung zum Hautarzt
    muss er auch noch zum Hausarzt (der will ihn eigentlich garnicht weil er nur das Budget
    strapaziert) um eine Überweisung zu holen. Muss er in die Hautklinik
    um seinen weißen Hautkrebs zu kontrollieren muss er zum Hausarzt (Überweisung), dann
    zum Facharzt (Hautarzt) der ihn dann in die Klinik überweisen darf. Das ist doch nicht
    gespart sondern eigentlich eine Frechheit für alle Beteiligten (Abrechnung ….).
    Oder so: Heidelberg/Uniklinik. Mein Mann bekommt in der Nephrologie Blut abgenommen
    um allgemeine Werte zu checken. Am Nachmittag des gleichen Tages kommt er in die
    Kardiologie. Dort will man ihm Blut abnehmen. Frage: wofür? wurde heute morgen schon
    alles untersucht. Antwort: gleiche Werte checken wie am Vormittag nebenan. Frage:
    warum holen Sie sich die Daten nicht von der Nierenklinik? Antwort: keine Vernetzung.
    ???????????????????????????????????
    Oder Dauerrezept für z.B. Mimpara (Schilddrüsenhormon was bei Dialysepatienten zugeführt werden muss)…… geht nicht. Mein Mann muss alle
    2 Monate das Zeug nachbestellen (es sind 28 Stück drin die normalerweise nur
    monatlich verschrieben werden….) und in die Apotheke rennen, d.h. der ganze Verwaltungkram fällt ja auch für alle Beteiligten viel öfter an als nötig (Arzt, Apotheke, Patient, Krankenkasse). Solche Beispiele gibt es zu hauf. Würde ich meine Firma so
    führen wäre ich schon lange pleite.
    Schöne Grüße, Christiane Schwab

    • sabine sagt:

      Liebe Frau Schwab,
      vielen Dank für Ihre Schilderungen. Sie sind ganz nah dran am Puls des Gesundheitswesens – und Ihren Diagnosen kann ich nur zustimmen: Die fehlende Vernetzung zwischen ambulantem und stationärem Bereich ist genausowenig nachzuvollziehen wie der Bürokratiewahnsinn, die mangelnde Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Systems. Bleiben Sie weiterhin stark und kritisch! Ihre Sabine Schiner

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