Abserviert und ausgemustert

“Wie kann ein externer Dienstleister billiger sein als die blauen Damen”, lautet die Frage, die mehrere Leser in diesem Blog gestellt haben. Die Antwort des Klinikums (siehe Kommentar zum Blogbeitrag “Sparen, sparen, sparen … vom 10. Juli) lässt einigen Interpretationsspielraum zu. Von der “Professionalisierung der Patientenlogistik aus ökonomischen und organisatorischen Gründen” ist da die Rede: Das Personal eines externen Dienstleisters soll die Patiententransporte übernehmen. Gesteuert werden sollen die Einsätze künftig rund um die Uhr über ein IT-System, das die Abläufe effizienter macht. Das klingt so, als wäre es Klinikchef Becker am liebsten, wenn Roboter den Transportdienst übernehmen würden: Programmierbare Einheiten, die ohne Reibungsverluste ihren Dienst nach Vorschrift leisten, die technisch perfekt, aber seelenlos durch die Klinikflure sausen.  Ob diese Rechnung aufgeht? Transportiert werden schließlich Patienten. Das sind Menschen, deren Leben durch eine Krankheit aus den Fugen geraten ist, die Schmerzen haben, Ängste und die jede Unterstützung brauchen, die sie kriegen können.  Die ganzen betriebswirtschaftlichen Floskeln, die das Klinikum aufwendet, um den Sparkurs zu erklären, sind ein reines Ablenkungsmanöver und letztlich Schönrederei: Da wird nicht einfach nur ein Service abserviert und ausgemustert, weil er den Controllern nicht in den Kram passt. Mit den Blauen Damen verlässt auch ein Stück Menschenwürde den Klinikalltag.

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