Weniger Tote nach Herzinfarkt und weniger Herztransplantationen

Nach dem Herzbericht 2011 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie sind in den Jahren 2000 bis 2010 weniger Menschen an Herzinfarkten gestorben. Die Sterbeziffer nahm bei Männern um 15,8 Prozent ab, bei Frauen um 18,4 Prozent.
Allerdings gibt es regionale Unterschiede: So sterben in Berlin jährlich 56 Menschen pro 100.000 an einem akuten Herzinfarkt, gefolgt von Schleswig-Holstein und Hessen (57), Baden-Württemberg (59), Bayern und Nordrhein-Westfalen (62). Am höchsten ist die Sterbeziffer in Sachsen (96), Brandenburg (101) und Sachsen-Anhalt (111). „Insgesamt ist allerdings festzustellen, dass sich die kardiologische Versorgungssituation in den neuen Bundesländern dem Niveau der alten Bundesländer immer mehr angleicht. Natürlich muss an einer weiteren Optimierung der Flächenversorgung in den neuen Bundesländern konsequent gearbeitet werden“, heißt es im Herzbericht.
Die Herz-Stiftung weist darauf hin, dass die Zahl der diagnostischen und therapeutischen kardiologischen Eingriffe in Herzkatheterlaboren ebenfalls zurückgegangen ist.

Eine aus Sicht der Herzchirurgen dramatische Entwicklung ist bei den Zahlen der Herztransplantationen in Deutschland zu beobachten. An den 22 Transplantationszentren in Deutschland, die Spenderherzen implantieren, sind diese Eingriffe seit 1997 deutlich zurückgegangen. Und dieser Negativtrend hält weiter an: Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 366 Herz- und Herz-Lungentransplantationen durchgeführt. Von Januar bis November 2012 waren es laut Eurotransplant nur noch 323 Herz- und Herz-Lungen-Transplantationen. „Wir Herzchirurgen erleben jeden Tag das Leid unserer zurzeit über 1.000 Patienten auf den Wartelisten. Aufgrund ihres lebensbedrohlichen Erkrankungszustandes müssen viele dieser schwerst herzkranken Patienten auf einer Intensivstation auf die lebensrettende Transplantation warten, im Durchschnitt 16 Monate. Deshalb appellieren wir an Menschen aber auch die Medien in Deutschland, bei aller berechtigter Kritik am Fehlverhalten Einzelner in der Transplantations-medizin das Leid der lebensgefährlich Erkrankten, die auf ein Organspende angewiesen sind, nicht zu vergessen“, sagte Professor Friedhelm Beyersdorf, zweiter Vizepräsident der DGTHG anlässlich der Präsentation des Herzberichtes.

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