Welche Nebenwirkungen haben FSME-Impfungen?

Foto: BPHD/Wikicommons

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Eine Leserin aus Heppenheim fragt: „Was für Risiken und Nebenwirkungen gibt es speziell bei Impfungen gegen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)? Und gibt es eine Meldestelle, die Nebenwirkungen von Impfungen dokumentiert und die Daten sammelt?“

Jürgen Krahn, Amtsarzt beim Gesundheitsamt der Stadt  und des Landkreises Darmstadt-Dieburg: „Nach Paragraf 6 des Infektionsschutzgesetz müssen Krankheiten gemeldet werden, wenn der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung auftritt. Zusammengefasst heißt das: Der Arzt meldet  entsprechende Fälle dem  Gesundheitsamt; das Gesundheitsamt übermittelt die Daten  dem Paul-Ehrlich-Institut – dem  Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Langen. Dort  würden gehäufte, über das übliche Maß hinausgehende Impfreaktionen auffallen und diese Behörde müsste dann darauf reagieren.
Wie alle Arzneimittel können auch FSME-Impfstoffe Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Falls doch, sollte man den Arzt und Apotheker informieren – auch wenn Nebenwirkungen auftreten, die nicht in der Gebrauchsinformation angegeben sind.
Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen  – also bei mehr als zehn Prozent aller Fälle –  zählen  nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts vorübergehende Schmerzen am Injektionsort.  Häufig (also in einem bis zu zehn Prozent aller Fälle) sind Rötungen, Schwellungen und  derbe Knötchen. Die Reaktionen können aber  auch den Körper als Ganzes betreffen. Sehr häufig ist allgemeines Unwohlsein, häufig kommt es auch zu grippeähnlichen Symptomen wie Schweißausbrüchen und Schüttelfrost. Vor allem nach der ersten Impfung kann es zu Fieber über 38 Grad kommen. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Muskel-,  Gelenk und  Kopfschmerzen. Sehr selten sind Lymphknotenschwellungen  und allergische Reaktionen wie Hautausschläge, Atemstörungen,  Schwellungen der Atemwege oder Blutdruckabfall. In Einzelfällen  wurden nach FSME-Impfungen auch Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen beschrieben.
Aus meiner Erfahrung – ich bin seit 2009 für den Infektionsschutz verantwortlich – kann ich sagen, dass es für alle Impfungen, nicht nur für FSME, in unserem Zuständigkeitsbereich in den vergangenen  fünf  Jahren weniger als zehn schwere Impfreaktionen gab, die wir an  das Paul-Ehrlich-Institut weitergemeldet haben.“

Leserfragenbitte telefonisch (06151 387367) oder per Mail an: sabine.schiner@darmstaedter-
echo.de. Alle Anfragen werden bearbeitet und beantwortet – versprochen!

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