Warten und warten und warten….

 

Foto: Wikimedia

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Den Vorsorgetermin bei der Frauenärztin gibts erst in einem halben Jahr. Der Augenarzt hat in fünf Monaten Zeit für einen Check-up, nur beim Hautarzt geht es schnell, weil er für die Selbstzahlerleistung Bares bekommt. Das sind so die Erfahrungen, die man als Kassenpatientin macht.

Kein Einzelfall, wie die Studie der Grünen-Politikerin Nicole Maisch zeigt. Danach kommen, wie berichtet, Privatpatienten wesentlich schneller dran. Die Ärztekammer in Frankfurt behauptet, dass Ärzte Termine nur nach medizinischen Gesichtspunkten vergeben. Allerdings seien Serviceunterschiede möglich. Ich glaube, das nennt man einen Widerspruch – oder? 

Hier das Statement der Kammer:  „Ärzte vergeben Termine nach medizinischen Gesichtspunkten – und dies unabhängig davon, ob ein Patient privat oder gesetzlich krankenversichert ist“, sagt der Präsident der Ärztekammer, Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach in einer Mitteilung. „In dringenden oder gar lebensbedrohlichen Fällen werden Patienten umgehend untersucht und behandelt.“ Allerdings seien Ärzte nicht dazu verpflichtet, jeden Patienten sofort an die Reihe zu nehmen. Die Terminvergabe erfolge gemäß der Zeitplanung der jeweiligen Praxis. Entscheidend sei, dass in Deutschland keine Qualitätsunterschiede in der Behandlung von Privat- und Kassenpatienten bestehen.  „Im Vergleich zu Patienten in anderen EU- und OECD-Staaten, haben deutsche Patienten den freiesten Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern wie auch zu medizinischen Innovationen – und all dies unabhängig vom Versichertenstatus.“

Allerdings seien Serviceunterschiede möglich, da es keinen Anspruch darauf gäbe, dass jeder Patient sofort einen Termin erhält. Eine Erklärung für die Serviceunterschiede liege in dem Kostendruck in den Praxen, denn die ambulante Versorgung sei seit Jahren unterfinanziert.  „Wenn Vertragsärzte ihre  wirtschaftliche Existenz allein durch die Behandlung von Kassenpatienten bestreiten müssten, wären viele zur Aufgabe ihrer Praxis gezwungen“, ergänzt von Knoblauch zu Hatzbach. „Auch die Landesärztekammer hält lange Wartezeiten für  unbefriedigend. Doch die Situation lässt sich nur verändern, wenn die Ursachen der Probleme an der Wurzel gepackt werden.” 

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