Warten auf die Grippe-Impfung

So kann es gehen: Gestern noch meldete ich im Lokalteil, dass es in Hessen keinen Mangel an Grippe-Impfstoffen gibt. Eine meiner Quellen war die Apothekerkammer in Frankfurt. Prompt riefen heute Leser an, die erzählten, dass sie seit Wochen auf den Impfstoff warten. Wie das? “Gestern vormittag sah alles noch gut aus”, sagt die Sprecherin der Apothekerkammer auf Nachfrage. Gestern abend habe sie vom Pharmazeutischen Großhandel die Mitteilung bekommen, dass es eng werden kann. Der Grund: In einigen Bundesländern haben die Krankenkassen Rabattverträge mit den günstigsten Anbietern, darunter ist auch Novartis, abgeschlossen. Weil Novartis derzeit aber anscheinend nicht liefern kann, springen andere Hersteller ein. Ergebnis: Auch in Darmstadt kann es beim Grippe-Impfstoff eng werden. Die gute Nachricht: Es gibt Apotheken, die noch einige Dosen auf Vorrat haben. Weitere Infos im ECHO.

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2 Antworten auf Warten auf die Grippe-Impfung

  1. Sabine Schiner sagt:

    Nachtrag:
    Ich hatte gestern noch bei Novartis Vaccines and Diagnostics in Marburg angefragt, ob es Produktionsprobleme gibt und bis wann die Produktion des Grippeimpfstoffes wieder läuft. Die Antwort des PR-Managers Volker Husslein ist – gelinde gesagt – äußerst vage:
    “Für Hessen sind alle uns vorliegenden Aufträge unserer Grippeimpfstoffe Fluad, Optaflu und Begripal mit Kanüle ausgeliefert oder aktuell in der Auslieferung. Die Auslieferung von Begripal ohne Kanüle wird nach dem Vorliegen aller regulatorischen Genehmigungen erfolgen.
    Die Herstellung von Grippeimpfstoffen ist im Gegensatz zu anderen Medikamenten ein komplexer biologischer Prozess, der jährlichen Schwankungen unterliegt, wie z. B. hinsichtlich der jeweiligen Stammzusammensetzung. Der Termin der ersten Auslieferung von Grippe-Impfstoffen kann sich daher von Jahr zu Jahr, Produkt zu Produkt und Hersteller zu Hersteller ändern – aufgrund der unterschiedlichen Produktionsprozesse und Erträge. Die Herstellung von Begripal, ein auf Hühnerei basierender Impfstoff, hat sich dieses Jahr verzögert und die Auslieferung wird in mehreren Schritten erfolgen.”

    • Sabine Schiner sagt:

      Von Nebenwirkungen und Rückrufaktionen steht in der Novartis-Mitteilung nichts: Wie jetzt bekannt wurde, hat das Paul-Ehrlich-Institut in Langen die Freigabe von mehreren Chargen der Grippe-Impfstoffe Begripal und Fluad zurückgenommen. “Zum Schutz der Patienten vor möglichen Nebenwirkungen, die innerhalb weniger Stunden auftreten können”, wie es heißt. Novartis hat daraufhin alle Impfstoffe zurückgerufen, in denen es während der Produktion zu Ausflockungen kam. In Italien war der Verkauf bereits am Mittwoch untersagt worden.
      Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitteilt, können nach Verabreichung der betroffenen Impfstoffchargen innerhalb weniger Stunden Unverträglichkeitsreaktionen auftreten. Dies können allergische bis hin zu anaphylaktische Reaktionen sein. Spätere Reaktionen oder Spätfolgen wurden bisher nicht beschrieben, Meldungen über solche Nebenwirkungen liegen dem Institut bislang nicht vor. Das Verbot diene allein der Risikovorsorge und der Sicherheit der Verbraucher.

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