Und wie steht’s mit der Patientensicherheit?

Pulsmesser

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Im ECHO-Artikel “Bittere Pillen für Kassenpatienten” geht es um die Kritik von Patienten und Apothekern an den Rabattverträgen der Krankenkassen. Ein Aufreger, wie ich finde: Klar ist wichtig, dass im Gesundheitswesen gespart wird. Aber muss das mit einem Riesen-Bürokratie-Akt geschehen? Und muss das auf Kosten der Compliance und der Patientensicherheit gehen?

Die Rabattverträge werden von den Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern geschlossen, um Kosten zu sparen. Das gelingt  recht gut: 2012 haben die Krankenkassen auf diesem Weg 2,1 Milliarden Euro eingespart. Dieser Batzen kann sich sehen lassen.

Der Teufel liegt im Detail: Kassenpatienten merken meist erst in der Apotheke, dass es für ihr gewohntes Medikament einen Rabattvertrag gibt: Dann nämlich, wenn der Apotheker ihnen eine ganz andere Packung über den Verkaufstisch reicht: Der Wirkstoff ist zwar der gleiche, aber die Arzneimittelpackung ist silbern statt braun und die Pillen sind kleiner als vorher und auch es können auch andere Zusatzstoffe drin sein. Letzteres ist vor allem für Patienten, die gegen bestimmte Stoffe allergisch sind, eine Gefahr.  Die veränderte Optik ist vor allem für Patienten, die  täglich mehrere Pillen schlucken müssen, ärgerlich. Viele werden dadurch auch verunsichert. 

Die Mehrzahl der Patienten geht mit ihrer Kritik nicht zur Krankenkasse, sondern schimpft mit dem Apotheker. Der Beratungsaufwand ist mit der Einführung der Rabattverträge 2007 gewaltig gestiegen – und  jedes Jahr kommen neue Verträge hinzu.  Der Apothekerverband fordert mehr Handlungsspielraum. Beispielsweise dürfen Apotheker, wenn das Rabatt-Arzneimittel einer Krankenkasse nicht vorrätig ist, kein anderes Medikament abgeben, selbst wenn es preisgünstiger wäre. Der Patient muss nochmal wiederkommen – ein vollkommen unnötiger Aufwand.

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