TV-Tipp: „Vorsicht Operation“

ine02Die ARD zeigt am Montag, 14. Januar, von 22.45 bis 23.30 Uhr die Dokumentation „Vorsicht Operation“: Meike Hemschemeier und ihr Team sind der Frage nachgegangen, ob in Deutschland Patienten voreilig und ohne Not auf dem Op-Tisch landen. Vorgestellt wird etwa Marc L. (45). Er leidet bereits seit 15 Jahren unter Rückenschmerzen, als ihm ein Experte für moderne Rücken-Operationen empfohlen wird. Dieser schlägt ihm eine ‚dynamische Stabilisierung‘ vor. Dabei würden die Wirbel mit zu viel Spiel miteinander verschraubt. Kleine Federn würden dafür sorgen, dass er sich trotzdem gut bewegen könne: ‚Fast wie früher‘. Marc L. Freut sich auf ein Leben ohne Schmerzen. Dass es zu der empfohlenen teuren Methode so gut wie keine Erfahrungswerte gibt, sagt ihm der Arzt nicht. Die Operation macht Marc L. Zu einem Rentner mit Dauerschmerzen.

Die Doku kommt zur rechten Zeit. Bereits vor Weihnachten brachte der AOK-Krankenhaus-Report das Thema in die Medien. Danach ist die Zahl der stationären Behandlungen seit 2005 um 11,8 Prozent gestiegen. Waren es vor sieben Jahren noch 16,5 Millionen Patienten, die in Kliniken behandelt wurden, sind es heute mehr als 18 Millionen. Allein mit der demografischen Entwicklung sei dieser Anstieg nicht zu erklären, so AOK-Vorstand Uwe Deh. Die Kliniken würden damit ihre Einnahmen verbessern. Kritik am System  kommt auch von Medizinern. Hans-Joachim Meyer, Chef der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie kritisierte die Boni für Chefärzte (Je mehr Eingriffe, desto besser die Bezahlung) und warnte, dass Operationen ohne ausreichende medizinische Begründung keine Einzelfälle seien.

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