Thrombose und die Folgen

 

Prof. Dr. Rupert Bauersachs

Prof. Dr. Rupert Bauersachs

Jeden Tag kommen etwa zehn Patienten mit Thrombose-Verdacht ins Klinikum Darmstadt, bei einem guten Viertel  stellen die Ärzte ein Blutgerinnsel fest,  sagt  der Angiologe Rupert Bauersachs. Er ist einer der  deutschen  Organisatoren des   Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober.

Man spricht von einer Thrombose, wenn sich in einer Vene oder Arterie ein Blutgerinnsel gebildet hat.  Die Erkrankung kann tödlich enden. Etwa, wenn das Blutgerinnsel in einer Herzarterie die Blut- und Sauerstoffzufuhr unterbricht und so einen Herzinfarkt  oder einen Schlaganfall auslöst.  Oder es zu einer Lungenembolie kommt,  weil Teile des Pfropfens in die Lungen wandern und dort die für die Atmung lebenswichtigen Gefäße verschließen. In  Deutschland sterben jährlich mehr als 100 000 Menschen   daran.   „Dies sind mehr Todesfälle durch  venöse Thromboembolien als durch Prostata- und Brustkrebs, Aids und Verkehrsunfälle zusammen“, sagt Rupert Bauersachs, Direktor der Angiologischen Abteilung am Klinikum Darmstadt.

Bauersachs engagiert sich in der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin (DGA), eine von drei Fachgesellschaften in Deutschland, die den internationalen Welt-Thrombosetag zur Aufklärung nutzen wollen. In Darmstadt  lädt Bauersachs bereits am kommenden Donnerstag (9.)   ab 20 Uhr ins Logistikzentrum des Klinikums zu einem Vortrag über das Thema ein.

Die meisten Menschen, so der Darmstädter Professor, unterschätzten die Erkrankung – und gingen erst viel zu spät zum Arzt.   Typische Warnzeichen  für eine Thrombose  seien  muskelkater-ähnliche Beschwerden, einseitige Schwellungen am Bein  und eine bläuliche Verfärbung der Haut. Eine Lungenembolie mache sich durch plötzliche Atemnot bemerkbar.

„Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, der sollte sich sofort bei seinem  Hausarzt melden“, rät  Bauersachs. Dort seien die Patienten in den richtigen Händen.   Erhärte sich der Verdacht auf eine Thrombose, überweise  sie der Allgemeinmediziner in der Regel  zu einem Gefäßmediziner, der  mit einer Ultraschalluntersuchung die  Thrombose   sicher ausschließen oder feststellen  könne.  Kommen  Schmerzen beim Einatmen oder Luftnot hinzu,  werde eine Lungenembolie mit Hilfe  der Computertomografie   diagnostiziert.
Die Behandlung erfolgt ambulant. Im Fall einer akuten Thrombose bekommen die Patienten blutverdünnende Medikamente verordnet, um das  Weiterwachsen des Blutgerinnsels und  damit die Gefahr einer Lungenembolie zu verhindern – denn nur von einem aktiv wachsenden Gerinnsel können sich Teile lösen und zu einem  Verschluss führen.

Ein erhöhtes Thromboserisiko haben Menschen  nach längerem Liegen oder Sitzen und  nach Operationen und  einer damit verbundenen  Ruhigstellung. Auch Krebspatienten haben ein höheres Risiko, sowie Menschen mit einer vererbten Neigung zu Thrombosen.   Eine weitere Risikogruppe sind  alte Menschen. „Bei ihnen ist das Blut stärker gerinnbar als bei jungen Menschen“,  so Bauersachs.

Wer sich regelmäßig bewegt, kann vorbeugen:   Treppen statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, Spazierengehen statt Busfahren. Bewegung aktiviert die Fuß-und Beinmuskeln und damit die  und verbessert die Durchblutung.   Um das Blut im Fluss zu halten, sollte man  viel trinken, etwa zwei Liter pro Tag, am besten natriumarmes Wasser und zuckerfreie Tees. Fit hält auch eine  ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

Risikopatienten  wird   empfohlen,  Kompressionsstrümpfe zu tragen,  bei einem Klinikaufenthalt und geplanten Operationen können  Heparinspritzen oder  Tabletten, die das Blut verdünnen,     einer Thrombose vorbeugen.   Reisende   sollten in Fliegern, Bahnen und auch auf längeren  Autofahrten  immer mal wieder Füße und  Beine bewegen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen – pro Stunde  mindestens   einen viertel  Liter.  ineWo und wann?

Am   Donnerstag (9.)     20 Uhr beginnt  der Vortrag  über  Vorbeugung, Diagnose und Behandlung   von  Thrombosen von Klinikchef Rupert Bauersachs. Vortragsort ist das  Logistikzentrum des Klinikum Darmstadt, Grafenstraße 9.

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