Patienten wollen mitreden

Das wundert nicht wirklich, was die Bertelsmann-Stiftung herausgefunden hat: Viele Patienten wollen die Entscheidung, welche Therapie für sie die richtige ist, nicht allein ihrem Arzt überlassen.  Wunsch und Realität klaffen allerdings auseinander: Während 55 Prozent der Patienten in die Wahl zwischen verschiedenen Therapiealternativen einbezogen werden wollen, wurden 58 Prozent von ihrem Arzt noch nie vor Alternativen gestellt. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 12.800 Patienten im Rahmen des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK.

Die Befragung ergab zudem, dass sich 95 Prozent der Menschen ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile einer Therapie wünschen. Dagegen fühlen sich 16 Prozent der Patienten beim Hausarzt und sogar 24 Prozent der Facharztpatienten in diesem Punkt unzureichend informiert. 15 Prozent beziehungsweise 23 Prozent beklagen sogar, dass ihr Haus- beziehungsweise Facharzt vorhandene Therapieoptionen nicht erwähnt. Selbst die Hälfte der chronisch Kranken bemängelt, dass der Arzt mit ihnen keine Behandlungsalternativen erörtert hat, obwohl es für viele chronische Erkrankungen keinen therapeutischen Königsweg gibt.

Mein Tipp: Nicht warten, ob der Arzt eine Erklärung nachschiebt oder nicht: Fragen stellen, aktiv werden, erzählen, was man so alles gegoogelt hat. Das klappt nach meinen Erfahrungen  eigentlich immer. Wenn nicht: Über einen Arztwechsel nachdenken.

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