Mit der Praxisgebühr auf Stimmenfang

Was man nicht alles kriegt für zehn Euro. Zwei Eintrittskarten fürs Kommunale Kino Weiterstadt, eine fette Pizza beim Lieblingsitaliener, einen Krimi, einen guten Rotwein. Mir würden schon einige Verwendungsmöglichkeiten einfallen, wenn die Praxisgebühr vom Tisch wäre. Von ihr haben bislang schließlich nur die Krankenkassen profitiert – und die stehen derzeit anscheinend so gut da, dass sie auf die zusätzlichen zwei Milliarden Euro pro Jahr nicht mehr angewiesen sind. Auf 29 Milliarden Euro soll der Überschuss im Gesundheitswesen am Jahresende anwachsen. Eine stolze Summe, die man eigentlich für schlechte Zeiten auf die Seite legen müsste – was bei einem Umlagesystem leider nicht vorgesehen ist. Angela Merkel geht auf Stimmenfang und stellt die Praxisgebühr in Frage. Mir ist das zu kurzsichtig. Was ist denn mit den ganzen Prognosen, die aufgrund des demografischen Wandels und der teuren medizinischen Innovationen steigende Gesundheitsausgaben voraussagen? Wie soll der zunehmende Pflegebedarf finanziert werden? Dass die Krankenkassenvertreter nicht über ihren eigenen Kontostand hinausblicken und ihren Versicherten Prämien und Boni versprechen, um sie bei der Stange zu halten, kann ich nachvollziehen. Von Politikern verlange ich mehr Weitsicht.

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