Erstes Fazit nach vier Wochen Ebola-Einsatz

Mario Di Gennaro, Foto: Privat

Mario Di Gennaro, Foto: Privat

Das DRK betreibt seit heute das erste Ebola-Behandlungszentrum in Liberia. Die Übergabe hatte sich mehrfach verschoben. Bevor die ersten Patienten aufgenommen werden, absolvieren 90 Ärzte, Schwestern, Hygieniker und Techniker ein Ausbildungsprogramm unter der DRK–Leitung. Vor Ort ist Mario Di Gennaro.  Er hatte sich als Freiwilliger gemeldet, um mitzuhelfen, die  Krankenstation in der Hauptstadt Monrovia aufzubauen.  Hier  sein Fazit nach vier Wochen im Einsatz:

In Liberia scheint die Zahl der Neuerkrankungen  zurückzugehen. „Es ist aber noch zu früh zu sagen, dass das Ganze abklingt“, erzählt Di Gennaro, der  in Hessen  als Katastrophenschutzbeauftragter des   DRK arbeitet.  Gemeinsam mit den anderen Helfern war er  noch in Deutschland  für den Umgang mit Ebola-Kranken geschult worden.   Ihr  Wissen geben die Helfer an die Einheimischen weiter.    „Hier gibt es   überall Handwasch-Stationen, es wird Fieber gemessen und auf  Händeschütteln verzichtet“, schildert  Di Gennaro.  Um die  30 Helfer von DRK und Bundeswehr, die mit dem Aufbau der Station betraut wurden, vor einer Infektion mit Ebola und anderen Krankheiten zu schützen, seien sie in Einzelzimmern  untergebracht.  „Fünf Leute auf engem Raum in ein Zelt zu legen, wäre fachlich nicht induziert.“

Der Fokus der Helfer liege derzeit  auf dem Kampf gegen Ebola. Sie beobachten allerdings auch ganz genau, wo es sonst noch so hakt. In Liberia, so Di Gennaro, sei mit Ebola  auch die  Gesundheitsversorgung und die Vorsorge  zum Erliegen gekommen. „Es gibt Kliniken, die Patienten nicht aufnehmen, weil sie nicht differenzieren können, ob das nun ein Malaria- oder ein Ebola-Patient ist.“ Auch die WHO warnt,  dass die  Ebola-Epidemie die Malaria-Bekämpfung in den betroffenen Ländern stark beeinträchtigt.  „Es ist  unsere Aufgabe festzustellen, was die Menschen  am dringendsten brauchen“, so Di Gennaro.  Langsam  kehre  auch das Leben  wieder auf die  Straßen zurück.  „Allein unsere Anwesenheit ist  eine Unterstützung für die Menschen“,  sagt er. Ein Erlebnis, das ihn vor einigen Tagen sehr berührte, war die Entlassung zweier Ebola-Patientinnen aus einer Krankenstation, die voller Freude anfingen, zu singen und zu tanzen.

Wann sein Einsatz zu Ende geht,  weiß Di Gennaro    noch  nicht. Er hofft,  ein schönes  Weihnachten zu Hause zu feiern. Und er hofft auf einen herzlichen Empfang. „Es gibt ja immer noch viel Irritation über Ebola“, sagt er. Eine wichtige Botschaft ist für ihn deshalb folgender Satz: „Man kann sich gut vor Ebola schützen.”

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Eine Antwort auf Erstes Fazit nach vier Wochen Ebola-Einsatz

  1. Sabine Schiner sagt:

    Ups, und jetzt ist Mario Di Gennaro schon auf dem Heimweg. Gerade erreichte mich eine Mail vom DRK. Das Leben kehre in Monrovia wieder in Richtung Normalität zurück. “Auch wenn noch fast alle Frisöre geschlossen haben”, heißt es in der Mail. Dies sei auch sinnvoll, wegen der möglichen Ansteckungsgefahr.

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