Darmstädter Mediziner kämpft für Neugeborenen-Screening

Puh, November. Die Sonne fehlt. Alles so grau hier. Umso schöner, wenn man auch mal eine gute Nachricht auf den Schreibtisch kriegt. Allerdings hat auch diese Nachricht ihre Schattenseite. Lesen Sie selbst.

13 Kindern rettete das Herz-Screening am Darmstädter Marienhospital in den vergangenen acht Jahren das Leben, weil bei ihnen unmittelbar lebensbedrohliche Herzfehler festgestellt wurden, weitere 131 Kinder konnten dank des Screeenings rechtzeitig behandelt werden. Vergangene Woche ist die Untersuchung zum zehntausendsten Mal bei einem Neugeborenen gemacht worden. Der Darmstädter Kinderkardiologe Elmo Feil ist überzeugt vom Nutzen des Herz-Screenings für Neugeborene – seit mehr als acht Jahren kämpft er darum, dass das Screening von Krankenkassen bezahlt wird.

Das Marienhospital  ist Vorreiter, was das Herz-Screening angeht. Elmo Feil war die treibende Kraft bei der Einführung der Untersuchung.  Auf eigene Kosten hatte er damals ein Farbdoppler-Echokardiografie-Gerät im Wert von 60000 Euro angeschafft. „Ich kämpfe dafür, dass die Methode sich weit verbreitet und von den Krankenkassen übernommen wird”, so Feil.  Heute habe man zwar die Versorgung von Früh- und Mangelgeborenen in der Neonatalogie, etwa am Klinikum Darmstadt, gut im Griff. Aber: Noch immer sterben Babys aufgrund von angeborenen Herzfehlern. Knapp jedes hundertste Baby komme mit einer Herz- oder Gefäßmissbildung auf die Welt. Bei rund dreißig Prozent der Säuglinge werde dies aber nicht rechtzeitig erkannt.

Am Marienhospital gehört die Untersuchung zum medizinischen Angebot: Jedes Neugeborene wird – mit Einverständnis der Eltern – in den ersten drei Lebenstagen mit einem Farbdoppler-Echokardiografie-Gerät untersucht. Für das Baby ist das harmlos, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Das Screening kostet pro Kind 75 Euro. Das Marienhospital übernimmt die Hälfte. Einige Krankenkassen – darunter die Barmer GEK, die Heag BKK und die Merck BKK – übernehmen den Eigenanteil der Eltern.

 

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