Nach Frankfurt kommen und dort siegen, hieß mein Ziel, wie rechts oben im Blog zu sehen. Wobei Ankommen ja schon den Sieg bedeutete. Und außerdem bin ich erster meiner Altersklasse geworden! Ich hab zwar ein bisschen geschummelt und mich bei den Achtzigjährigen eingetragen, aber das ist doch nur ein Schönheitsfehler, oder?

Fauja Singh (rechts) mit seinem Trainer bei der Staffel (Quelle: Veranstalter/ BMW Frankfurt Marathon)
In Wahrheit war es ein Klickfehler. Sonst wäre ich ja fast so abenteuerlich wie das Marathon-Phänomen Fauja Singh — der 100 Jahre alte “Tornado im Turban” lief am Sonntag auch mit, wenn auch “nur” die Staffel. Ein toller Farbtupfer war er, genau wie die vielen Fans, die Musikkapellen, die Kinder mit ausgestrecktem Arm zum Abklatschen — extrem motivierend, das alles!
Nicht zu vergessen der Moment purer Gänsehaut, als aus einem der vielen Streckenlautsprecher „We are the people“ von „Empire of the sun“ pumpte. Ausgerechnet dieser Song, bei dem ich jedes Mal meine, mir wachsen Flügel!
Empire Of The Sun – We Are The People from Mark on Vimeo.
Jetzt sind auch die 42,2 KM zum Zähler rechts dazugefügt (und nicht 45, wie mein SportsTracker angibt, der sich damit als ziemlicher Hochstapler geoutet hat). Auf den Moment freute ich mich schon seit Beginn. War’s das? Die Saison ist jetzt vorbei – auch wenn es Winter-Marathons für Stahlharte gibt. Ich könnte zum Beispiel im Januar in Leipzig mitlaufen oder ganzkörperverkleidet im März auf Husum. Husum, also bitte! Wer hat dort um diese Jahreszeit Lust auf Dauerlauf? Zumal der Veranstalter so wirbt: Endlose einsame Geraden, stille Dörfer, häufig nasskaltes Wetter, immer Wind.
Da ginge es mir vermutlich noch hundiger beim Ankommen als nach Frankfurt. Setzen konnte ich mich kaum, weil die Scharniere in den Beinen blockierten. Noch später auf der Treppe humpelte ich kabarettreif. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ausgebrannt gewesen zu sein. Im Frankfurt gab es immerhin Kuchen, Cola und alkoholfreies Bier nach der Ankunft — in Husum wäre es Labskaus *g*
Die nächsten 21 Tage stehen unter dem Zeichen der Erholung – sagt jedenfalls Mario. Die Hälfte der Wettbewerbskilometer in Tagen sei die Faustformel der Regenerationszeit. Kurze Erholungsläufe, Essen und gerne ein Saunagang stehen auf dem Programm. Was ich mitnehme, sind drei gute Dinge: Das Gefühl, einen Berg in 1000 Schritten überwunden zu haben. Zweitens die Erkenntnis, dass Bewegung viel erholsamer sein kann als sich müde von der Arbeit auf die Couch zu fläzen. Und drittens die Befreiung von der Nikotinsucht. Gelegentlich zieh ich noch an einer Genuss-Zigarre, auch wenn das meinem Blog-Motto nicht ganz gerecht wird. Trotzdem: der Sport hat jetzt Übergewicht.
Und deshalb geht der Blog weiter. Weniger regelmäßig, aber weiterhin lesenswert. Ohne Mario, bei dem ich mich auch hier nochmal herzlich bedanke! Dafür hoffentlich mit euch Lesern, für deren Anregungen ich mich, als Zwischenbilanz bedanke ebenso wie dem Blitzschnell-Supporter Jan Müller vom Medienhaus Südhessen!










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