Zwetschgen: Hochstamm fordert Geduld

Zwetschgen sind eine Delikatesse. Foto: Bjoern Wylezich

Zwetschgen sind eine Delikatesse. Foto: Bjoern Wylezich

Viele Menschen haben in ihren kleinen Gärtchen keinen Platz mehr für Obstbaum-Hochstämme. Da trifft es sich gut, wenn ein zu einem besonderen Anlass gepflanzter Baum auf einer schönen Streuobstwiese stehen kann.

Für einen Hochstamm braucht man allerdings viel Geduld. Seit 2005 steht unser Bäumchen der Sorte „Wangenheims Frühzwetschge“ auf einer Hochzeitswiese. Während klein bleibende Apfelbaumsorten oft schon im Jahr nach dem Pflanzen den ersten Ertrag bringen, ist der Hochstamm erst einmal mit Wachsen beschäftigt. Dafür sind aber die Äste tragfähiger, während am Apfelbäumchen ständig Astbruch droht.

Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaumen. Sie sind im Gegensatz zu den runden Pflaumen eher länglich. Da das Fruchtfleisch fester ist und sich der Kern gut löst, eignen sich Zwetschgen besonders gut zum Kuchenbacken. Weitere Unterarten der Pflaumen sind Mirabellen und Reineclauden. Alle gehören sie zu den Rosengewächsen. Angeblich hat Alexander der Große die ersten Pflaumen von Mittelasien nach Griechenland gebracht. Mit den Römern kamen sie später nach Germanien.

Die ersten Jahre haben wir das Bäumchen im Sommer regelrecht verhätschelt, sind unzählige Male, mit Gießkannen ausgerüstet, über die Wiese zur Schwengelpumpe geschlurft. Damit die etwas förderte, musste man oben erst einmal etwas Wasser reinkippen.

Es dauerte bis 2010, bis sich die ersten Früchte zeigten. Im selben Jahr sind wir weggezogen und spüren seitdem aus zehn Kilometer Entfernung Jahr für Jahr dem richtigen Erntezeitpunkt nach: Mitte September – viel zu spät, nur noch einige Fruchtmumien hängen am Baum. Anfang September – dito, immer noch zu spät. Anfang August: etwas zu früh, einige Früchte sind reif und schmecken lecker; der Großteil ist noch hart. Mitte August: etwas zu spät, einige Früchte sind überreif, aber 1,39 Kilo sind gerettet. Für den ersten Kuchen mit eigenen Zwetschgen sollte es dann aber reichen.

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