WM-Orakel mit Himbeeren

Schwarz, rot, gelb sind die Himbeeren aus meinem Garten - wie die deutsche Flagge, nur etwas ungeordneter. Foto: Marion Menrath

Schwarz, Rot, Gelb sind die Himbeeren aus meinem Garten – wie die deutsche Flagge, nur etwas ungeordneter. Foto: Marion Menrath

Andere verwenden Tiere als Orakel, um die Spiele der Fußball-WM vorauszusagen: Hunde, Pferde, Nasenbären, Gürteltiere oder den berühmten Orakelkraken Paul. Ich vertraue auf Himbeeren, die in Schwarz, Rot, Gelb in meinem Garten wachsen.
Schwarze Himbeeren? Doch die gibt es. Black Jewel (Rubus occidentalis) heißt die nordamerikanische Sorte. Wie man auf dem Bild sieht, sind die Früchte weiß bereift, wenn sie reif sind. Sie schmecken wie eine Mischung aus Him- und Brombeere oder eine sehr süße Brombeere. Ansonsten verhalten sie sich eher wie Brombeeren, fruchten am zweijährigen Holz, bilden bis zu fünf Meter lange Triebe aus und sind sehr, sehr stachelig.
Doch ich schweife ab. Die dreifarbige Ernte im Sieb stammt vom 16. Juni, am Tag als Deutschland Portugal mit 4:0 besiegt hat. An diesem Tag waren die schwarzen Himbeeren erstmals in großer Menge reif und es gab zudem noch reichlich rote Himbeeren der Sorten Sanibelle und Rubaca sowie gelbe Himbeeren von meinem einzigen Strauch der Sorte Golden Queen.

Mein WM-Orakel kann natürlich nur für deutsche Spiele funktionieren. Sind alle drei Farben vertreten, geht es für Deutschland voran. Seit dem 4:0 zum WM-Auftakt, hat aber insbesondere Golden Queen abgebaut. Es ist eigentlich eine Herbsthimbeere, die ab August/September an den einjährigen Trieben fruchtet. Da ich manchmal etwas nachlässig mit dem Ausputzen bin, gibt es aber noch zwei bis drei Triebe aus dem Vorjahr für eine Sommerernte. Doch diese geht langsam zu Ende, weil die Ernte dieses Jahr wegen des warmen Wetters schon früh begann. Bei den Spielen gegen Ghana und USA gab es nur noch wenige gelbe Himbeeren. Bis Montag werden hoffentlich noch einige Beeren reif, die ich heute gesehen habe.

Von den roten Himbeeren gibt es drei Sträucher, wobei die sehr wuchsfreudige Sanibelle allmählich Rubaca überwuchert. Beide Sorten sind resistent gegen verschiedene Himbeerkrankheiten wie Rutensterben, Wurzelkrankheiten und Botrytis, wobei Rubaca mehr Resistenzen hat als Sanibelle, seit dem vergangenen Jahr aber kaum noch große Ruten ausbildet.

Black Jewel ist dagegen gerade auf der Höhe ihrer Ernte. Im Gegensatz zu den anderen Sorten, reifen die Beeren relativ synchron. Sind die ersten Früchte einer Dolde geerntet, dann reifen die nachfolgenden allerdings manchmal nicht mehr richtig aus. Habe ich schon erwähnt, dass die Triebe sehr, sehr stachelig sind und ich nach jeder Ernte aussehe, als hätte ich mich mit mehreren Katzen gestritten? Eine stachellose Brombeere würde sich an dieser Stelle auch gut machen  – aber sicherlich erst nach der WM.

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