Warm, kalt, gefroren, warm, kalt

Rosenblüte im Dezember

Spätblüher: Diese englische Rose hatte bis kurz vor Weihnachten noch keine Lust auf Winterruhe. Foto:Marion Menrath

Der Jahreswechsel begann gleich mit Wetterkapriolen. 2014 geht in Deutschland als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Wobei diese Wärme nach meinem subjektiven Empfinden sehr ungünstig verteilt war: Zu Jahresbeginn blieb der Winter komplett aus und auch der Spätherbst war sehr mild. Der Hessentag in Bensheim vom 6. bis 15. Juni machte mit Temperaturen über 30 Grad und zehn Tage ohne Regen als Sommermärchen von sich reden. Da ich dort gut eingespannt war, vertrocknete in dieser Zeit in meinem Garten eine neu gepflanzte Blutjohannisbeere. Im Juli wurde es dann aber wechselhaft und der August fiel quasi komplett ins Wasser.

Doch kurz bevor 2014 die Puste ausging, kam der Winter doch noch und brachte in Erinnerung, dass hierzulande dabei auch mit Minusgraden und Schnee zu rechnen ist. Dann wurde es wieder warm. Und nächste Woche könnte es mal wieder schneien.

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Am 28. Dezember kam der Frost und vereiste die schönen Rosenblüten. Foto: Marion Menrath

Meine Pflanzen im Garten sind jedenfalls völlig verwirrt. Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, blühten noch die Rosen, wie das oberste Foto zeigt. Dabei handelt es sich  um meine größte Diva, eine stark gefüllte, alte englische Rosensorte. Im Frühsommer kommt sie immer erst mühsam in die Gänge. Einige heftige Regenschauer reichen und die schönen Blüten verfaulen, bevor sie sich öffnen. Meist ist die zweite Blüte im Spätsommer die schönere. Neben den Rosen blühten auch die Ringelblumen und Glockenblumen. Winterblüher wie die Wohlriechende Heckenkirsche öffneten die ersten Knospen.

Aber wahrscheinlich hatten die Nachbarn doch recht, die ihre Rosen ordentlich gestutzt und mit Tannengrün winterfein gemacht haben. Denn am 28. Dezember kam der Frost und packte über Nacht meine schönen Blüten in einen eisigen Mantel ein. Die Ringelblumen sind erfroren, ebenso die Geranien, die ich wegen der Erfahrungen im Vorjahr draußen gelassen habe.

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Frühblüher: Die ersten Blüten der Wohlriechenden Heckenkirsche öffnen sich bereits im Dezember. Jetzt im Januar wäre schon genug Futter für Bienen und Hummeln da. Foto: Marion Menrath

Doch egal, was kommt: Meine Schneeglöckchen haben sich bereits in Position gebracht. In anderen Gärten blühen sie bereits. Und meine Wohlriechende Heckenkirsche, ein echter Frühblüher, der oft schon im Dezember loslegt, hat bereits so viele Blüten, dass es für eine kleine Hummel- und Bienenschar reichen würde. Dass die ersten Haselnusssträucher auch schon Blütenkätzchen gebildet haben, wird die Allergiker allerdings weniger freuen. Deutlich wahrzunehmen ist, dass es jetzt jeden Tag ein bisschen länger hell bleibt. Nur allzu kalt sollte es bitte nicht mehr werden: Eine vorwitzige Himbeere hat bereits neu ausgetrieben. Das wird allerdings erst bei der zweiten Ernte im Spätsommer relevant: Die Frühjahrshimbeeren reifen an den alten, einjährigen Trieben.

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