Hermannshof in Weinheim

Hermannshof in Weinheim

Frühlingsidylle im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Im Vordergrund sind Tulpen mit Vergissmeinnicht, rechts ist ein Zierapfelbaum zu sehen. Im Hintergrund ist die Wachenburg zu erkennen. Foto: Marion Menrath

Einer meiner Lieblingsparks ist der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Im milden Klima der Badischen Bergstraße gedeihen auf 2,3 Hektar 2000 Stauden und 400 Gehölze. 60.000 Tulpen setzen im Frühling bunte Akzente.
Dabei ist der Garten nicht nur zu allen Jahreszeiten schön anzusehen; dort wird auch erprobt, welche Pflanzenarten ausdauernd sind und sich wegen ähnlicher Ansprüche gut kombinieren lassen.

Ich könnte mich dort stundenlang umschauen und immer Neues entdecken. Beispielsweise habe ich die blauen ausdauernden Zwiebelgewächse in meinem Garten nun als Prärielilien identifiziert. Camassia gehört zu den Agavengewächsen und ist absolut pflegeleicht. Jedenfalls gedeihen die robusten Pflanzen bei mir auch im Halbschatten bis Schatten und dominieren derzeit die Beete.

Die Unternehmerfamilie Freudenberg hat den Garten 1888 anlegen lassen und begonnen seltene Gehölze zu sammeln, von denen etliche bis heute überlebt haben. Seit 1983 ist er als Sichtungsgarten mit wissenschaftlichem Auftrag für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ein ausführlicher Bericht erscheint am Freitag (10.) auf den Gartensonderseiten im ECHO. Kollegin Ute Sebastian gibt Tipps, wie man einen insektenfreundlichen Garten gestaltet. Oh, und die Seiten sollen dieses Mal nach Maiglöckchen riechen; ich bin gespannt.

Tulpen im Hermannshof in Weinheim. Links das Gärtnerhaus, rechts das Konferenzhaus der Firma Freudenberg. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Hermannshof in Weinheim. Links das Gärtnerhaus, rechts das Konferenzhaus der Firma Freudenberg. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Hermannshof. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Hermannshof. Foto: Marion Menrath

 

Brautmyrte im Hermannshof. Sie wurde 1879 aus dem Brautkranz von Helene Freudenberg gezogen. Im Winter wird sie von einem abbaubaren Gewächshaus geschützt. Foto: Marion Menrath

Brautmyrte im Hermannshof. Sie wurde 1879 aus dem Brautkranz von Helene Freudenberg gezogen. Im Winter wird sie von einem abbaubaren Gewächshaus geschützt. Foto: Marion Menrath

Alles tropft

Die Wohlriechende Heckenkirsche hat mittlerweile nur noch sehr wenig Blüten. Immerhin entstand dieses Foto im Trockenen vom Frühstückstisch aus. Foto: Marion Menrath

Die Wohlriechende Heckenkirsche hat mittlerweile nur noch sehr wenig Blüten. Immerhin entstand dieses Foto im Trockenen vom Frühstückstisch aus. Foto: Marion Menrath

Eigentlich hatte ich nach dem schönen Frühlingsauftakt viele Pläne für ein gärtnerisches Wochenende. Auch erste Ideen für ein Angrillen gab es schon.

Und nun das: Tropf, tropf, tropf, schütt. So geht das schon den ganzen Tag über. Am Freitag habe ich mich noch über den Regen gefreut, nachdem ich diese Woche den ersten durstigen Frühjahrsblühern mit dem Gartenschlauch beistehen musste.

Doch diese Kälte habe ich nicht bestellt, wirklich nicht. Die mühsam gekeimten Tomaten versuchen gerade zurück ins Samenkorn zu kriechen, die Kartöffelchen keimen nur noch in Zeitlupe. Im Garten warten zum falschen Zeitpunkt geschlüpfte Insekten auf bessere Zeiten und ein Starenpaar hat an unserem Dach ein Schlupfloch ins Trockene gefunden.

Außerdem blüht mittlerweile mein Apfelbäumchen, das ich voriges Jahr gesetzt habe. Das Ballerinabäumchen der pflegeleichten Sorte Topaz ersetzte einen Vorgänger, der mehrere Jahre auf dem Balkon unserer früheren Wohnung überlebt hat. Im Winter 2009/2010 hat es ihn dann aber doch dahingerafft. Nachdem es vergangenes Jahr nicht geklappt hat, hoffe ich eigentlich in diesem Herbst auf die erste Ernte.

Nach der Kaltfront zur Kirschblüte ist es jetzt pünktlich zum Auftakt der Apfelblüte wieder kalt geworden. Foto: Marion Menrath

Nach der Kaltfront zur Kirschblüte ist es jetzt pünktlich zum Auftakt der Apfelblüte wieder kalt geworden. Foto: Marion Menrath

So wird's nichts mit der Bestäubung: Tropfnasse Apfelblüten. Foto: Marion Menrath

So wird’s nichts mit der Bestäubung: Tropfnasse Apfelblüten. Foto: Marion Menrath

Dass der Regen auch schöne Seiten hat, habe ich dann bei einem (nassen) Rundgang im Garten entdeckt.

Tropf, tropf an einer Kletterrose. Foto: Marion Menrath

Tropf, tropf an einer Kletterrose. Foto: Marion Menrath

Was von den Kirschblüten übrig blieb. Foto: Marion Menrath

Was von den Kirschblüten übrig blieb. Foto: Marion Menrath

Nasses Insekt. Wegen der Flügelhaltung tippe ich auf eine Raubfliege. Diese ernähren sich von anderen Insekten. Es könnte eine Schwarze Mordfliege sein - oder eine ähnliche Art.  Foto: Marion Menrath

Nasses Insekt. Wegen der Flügelhaltung tippe ich auf eine Raubfliege. Diese ernähren sich von anderen Insekten. Es könnte eine Schwarze Mordfliege sein – oder eine ähnliche Art. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Tulpen im Regen. Foto: Marion Menrath

Fische haben es gut. Das Nass ist ihr Element und Regen bringt meist schönes sauberes Wasser in den Teich, der nun viel weniger verschlammt ist. Foto: Marion Menrath

Fische haben es gut. Das Nass ist ihr Element und Regen bringt meist schönes sauberes Wasser in den Teich, der nun viel weniger verschlammt ist. Foto: Marion Menrath