Nach dem Sturm

Nachdem das kurze, aber heftige Unwetter am späten Dienstagnachmittag im Rhein-Main-Gebiet mal schnell den S-Bahn-Verkehr und den Flughafen lahmgelegt hat, bin ich doch mit etwas Bauchgrimmen nach Hause gefahren.

Am Arbeitsplatz in Heppenheim wurde der Himmel mitten am Tag bedrohlich dunkel. Unwetter in Heppenheim Es stürmte heftig und einige Geschäftsleute in der Innenstadt konnten gerade noch Ständer mit Kleidern oder Taschen ins Trockene bringen. Dann schüttete es einige Zeit und dann war der Spuk schon wieder vorbei. In Heppenheim selbst wurde nur ein einziger umgestürzter Baum gemeldet.

Zuhause in Griesheim führte der erste Weg in den Garten. Die erste Bestandsaufnahme fiel positiv aus: Alle Bäume und Sträucher waren an ihrem Platz, minus einiger Blätter; auch das Haus hatte keinen Ziegel verloren (vermutlich immer noch der erste Satz von 1983). Da das Unwetter von Westen kam, blieben sogar die mittlerweile sehr schweren Tomatenpflanzen vor dem Wohnzimmerfenster an der Südseite verschont.

Unerwünscht: Mögen die Fühler noch so putzig aussehen, die gefrässige Spanische Wegschnecke bekommt in meinem Garten kein Aufenthaltsrecht. Foto: Guillaume Brocker/Wikipedia

Unerwünscht: Mögen die Fühler noch so putzig aussehen, die gefrässige Spanische Wegschnecke bekommt in meinem Garten kein Aufenthaltsrecht. Foto: Guillaume Brocker/Wikipedia

An der Westseite musste ich eine große Glockenblume wieder aufrichten und von zwei dicken roten Nacktschnecken befreien. Diese Monster- Spanischen Wegschnecken dachten wohl, wenn der Stengel erst einmal auf der Erde liegt, kommen sie leichter an die delikaten Blätter. Wo sind eigentlich meine stachligen Untermieter, wenn man sie mal braucht?
Außerdem hat es leider zwei Fuchsienzweige erwischt und eine Freilandtomate musste wegen eines abgeknickten Stengels sorgfältig geschient werden.

Den größten Schreck bekam ich am Schluss auf der Terrasse: Dort lag ein großer Kirschbaumzweig mit schon angewelkten Blättern herum. Sollte es nächstes Jahr noch schlechter mit der Kirschenernte aussehen? Doch dem Bäumchen, das übrigens auf der entgegengesetzten Hausseite steht, schien kein Ast zu fehlen. Die Lösung wusste der Mann, als er vom Sport kam. Den Ast hat er von Freunden geschenkt bekommen, um daraus Kirschholz-Chips für die nächsten Grillexperimente herzustellen. Nun denn, dann ist ja alles noch mal gut gegangen.