Schnee deckt den Garten zu

Rose im Schnee. Foto: Marion Menrath

Der erste Schnee bedeckt Anfang Dezember die letzte Rosenblüte. Foto: Marion Menrath

Die dunkle Jahreszeit ist für Gärtner eine harte Prüfung. Morgens, wenn die Arbeit ruft, können sie meist nur einen kurzen Blick im Tageslicht auf ihre Scholle erhaschen. Abends, wenn sie heimkommen, ist es schon wieder dunkel. Wenn es nicht dunkel ist, regnet es, meist das ganze Wochenende über.  Man kann zwar Kataloge wälzen und Pläne für die nächste Saison machen. Doch zum Pflanzen ist es meist schon zu spät, denn der erste Frost naht. Continue reading

Schnee, der auf Wiesen fällt

Keine Fata Morgana: Noch vor einem Monat, am 24. Juni fiel in den Dolomiten, in der Nähe von Sexten Neuschnee bis auf 1500 Meter Höhe. Foto: Marion Menrath

Keine Fata Morgana: Noch vor einem Monat, am 24. Juni fiel in den Dolomiten, in der Nähe von Sexten Neuschnee bis auf 1500 Meter Höhe. Foto: Marion Menrath

Bei der derzeitigen Hitzewelle ist es selbst für mich fast unvorstellbar: Doch noch vor einem Monat sind wir Ende Juni am ersten Urlaubstag in den Dolomiten von frisch gefallenem Schnee begrüßt worden. Plötzlich hatten Wiese, Schaukel und eine Hängematte eine frische Haube aus Schnee. Gut der Bauernhof, wo wir in Sexten Urlaub machten, liegt auf 1500 Meter Höhe. Eventuell hatten wir verdrängt, dass die Dolomiten auch ein beliebtes Reiseziel für den Winterurlaub sind. Aber doch nicht Ende Juni! Jedenfalls hatten wir offenbar versäumt, Skier mitzubringen.

Das Tückische an Altschneefeldern im Hochgebirge im Sommer ist, dass man von oben nie sieht, wie tragfähig das Ganze ist. Möglicherweise fließt unter dem Schneefeld schon längst ein Bach. Foto: Marion Menrath

Das Tückische an Altschneefeldern im Hochgebirge im Sommer ist, dass man von oben nie sieht, wie tragfähig das Ganze ist. Möglicherweise fließt unter dem Schneefeld schon längst ein Bach. Foto: Marion Menrath

Doch auch für das Vieh auf den Almen war der Schnee eine unliebsame Überraschung: Kälteschock fürs Vieh In die Sommerfrische auf der Alm kommen meist Jungkühe vor dem ersten Kalben. Wie auf der Nemes-Alm zu erfahren war, musste dort sogar der Tierarzt kommen. Die Jungrinder seien zu unerfahren gewesen, um im Wald Schutz vor dem Schnee zu suchen, erzählte der Hüttenwirt.

Auf 2400 Meter Höhe sind selbst die Picknickbänke Mitte Juli noch im Schnee versunken. Foto: Marion Menrath

Auf 2400 Meter Höhe sind selbst die Picknickbänke Mitte Juli noch im Schnee versunken. Foto: Marion Menrath

Zwar schmolz die weiße Pracht dann rund um den Hof in den nächsten Stunden. In höheren Lagen fiel jedoch bis zu 20 Zentimeter Schnee, der uns dann in den nächsten Wochen bis Mitte Juli bei Wanderungen wieder begegnen sollte. Die Fotos habe ich jetzt wieder in der Hoffnung auf etwas geistige Abkühlung hervorgeholt.

Merkwürdige Begegnung: Sommeroutfit im Schneefeld bei der Büllelejochhütte in den Sextner Dolomiten. Foto: Marion Menrath

Merkwürdige Begegnung: Sommeroutfit im Schneefeld bei der Büllelejochhütte in den Sextner Dolomiten. Foto: Marion Menrath

Nach einem schneereichen Winter mit mehreren Metern Schnee sind selbst im Hochsommer auf 2400 Meter Höhe noch überall Altschneefelder zu finden. Eine Picknick-Bank und sommerlich gekleidete Menschen im Schneefeld gehören dabei eher zu den lustigeren Erscheinungen.

Weniger lustig wird es, wenn auf der trotz 1200 zu überwindenden Höhenmetern, als leicht beschriebenen Drei-Hütten-Runde die Altschneefelder in der letzten Etappe zwischen Büllelejoch- und Drei-Zinnen-Hütte auftauchen.

Meterhohe Schneewände unterbrechen noch Mitte Juli den Zugang zu einem Wanderweg. Foto: Marion Menrath

Meterhohe Schneewände unterbrechen noch Mitte Juli den Zugang zu einem Wanderweg. Foto: Marion Menrath

Rutschige Angelegenheit: Der beliebte Wanderweg auf der Drei-Hütten-Tour von Zgigmondy- über Büllelejoch- zur Dreizinnenhütte führt leider auch Mitte Juli noch über etliche Altschneefelder. Foto: Marion Menrath

Rutschige Angelegenheit: Der beliebte Wanderweg auf der Drei-Hütten-Tour von Zgigmondy- über Büllelejoch- zur Dreizinnenhütte führt leider auch Mitte Juli noch über etliche Altschneefelder. Foto: Marion Menrath

Dann hat man die Wahl, entweder umzukehren oder sich doch vorsichtig in kleinen Schritten durch den Schnee voranzutasten. Ganz ungefährlich ist das nicht, wie hinterher aus der Dolomitenzeitung zu erfahren war. Schließlich geht es direkt am Weg einige Meter abwärts.

In einer anderen Region sind auf solchen Altschneefeldern zwei Mitglieder einer größeren Wandergruppe abgestürzt. Während der Bergführer den ersten Verunglückten im Rettungshubschrauber begleitete, rutschte ein weiteres Mitglied der Gruppe beim Abstieg aus.

Bei uns ist zum Glück alles gut gegangen und am Ende gab es einen Humpen Apfelschorle in der Drei-Zinnen-Hütte, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen mussten. Denn 1000 Meter Abstieg wollen erst einmal bewältigt werden. Da freuen sich die Knie. Beim Aufstieg wiederum bleibt meist genügend Zeit, die Blumenvielfalt zu bewundern. Davon erzähle ich beim nächsten Mal.